Am Dienstagmorgen drohte Donald Trump mit der Zerstörung der iranischen Zivilisation. Kurz vor Ablauf seines Ultimatums setzte er die Eskalation jedoch aus und schlug eine zweiwöchige Waffenruhe vor, bei der Verhandlungen in Islamabad geplant sind.
Der Nahe Osten und die Welt befürchteten das Schlimmste, nachdem Trump auf Truth Social drohte: «Eine ganze Zivilisation wird heute Abend sterben und nie mehr wiederkommen», schrieb er. Am Sonntag hatte der US-Präsident angekündigt, Brücken und Elektrizitätswerke in Iran zu zerstören, sollten die Teheraner nicht die Meerenge von Hormuz öffnen.
Nur eineinhalb Stunden vor Ablauf des Ultimatums kündigte Trump an: «Unter der Bedingung, dass Iran zustimmt, die Strasse von Hormuz sofort und sicher zu öffnen, suspendiere ich Luftangriffe für zwei Wochen», schrieb er. Der Schritt sei durch pakistanische Vermittlungsbemühungen motiviert. Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir hätten einen Waffenstillstand gefordert. Trump betonte, militärische Ziele seien erreicht und Verhandlungsgrundlagen mit dem 10-Punkte-Plan Irans gefunden.
Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bestätigte die Bereitschaft zur Beendigung defensiver Operationen bei Einstellung der Angriffe. Teheran akzeptierte Trumps Anerkennung des 10-Punkte-Plans, behauptete aber weiterhin die Kontrolle über die Strasse von Hormuz. Die Meerenge werde für zwei Wochen unter iranischer Koordination passierbar bleiben.
Dies könnte als strategischer Etappensieg für Iran gewertet werden, wie der israelische Experte Danny Citrinowicz bemerkte: «Die Öffnung der Meerenge wurde zum zentralen Verhandlungspunkt.» Dies zeige die Fehler in der ursprünglichen Strategie.
Trump räumt indirekt ein, dass eine militärische Öffnung der Meerenge schwer zu erreichen ist. Selbst bei Besetzung iranischer Küstengebiete könnten Drohnen und Raketen weiterhin den Schiffsverkehr stören.
Ein vernichtender Krieg gegen Iran könnte Trumps Unterstützung in den USA und international kosten, selbst unter Republikanern. Senator Ron Johnson erklärte: «Es wäre ein enormer Fehler», und Nathaniel Moran betonte, zivile Ziele nicht zu zerstören.
Premierminister Sharif bestätigte eine Einigung mit Israel auf einen Waffenstillstand, der am Freitag in Islamabad fortgesetzt wird. Die Verhandlungspositionen liegen jedoch weit auseinander: Trump verlangt im 15-Punkte-Plan unter anderem die Zerstörung von Urananreicherungsanlagen, während Iran den Abzug amerikanischer Truppen und Wirtschaftssanktionen fordert.
Für Trump wird es schwierig, am Verhandlungstisch zu erzielen, was im Krieg nicht möglich war. Obwohl die iranische Rüstung geschwächt wurde, sind weiterhin Raketen und Uran vorhanden.
Die Schliessung der Meerenge von Hormuz erwies sich als wirksam, vergleichbar mit einer «weapon of mass disruption», wie Expert Ali Vaez meint. Trumps Bereitschaft zur Waffenruhe zeigt die Komplexität des Konflikts, selbst gegen israelische Bedenken.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte einen schnellen Sturz des Regimes in Aussicht gestellt, was bisher nicht gelang.