Elke Schwarz, Politologin an der Queen-Mary-Universität in London, warnt im Podcast «NZZ Geopolitik» vor einer gefährlichen Eskalation durch die Verbindung von KI und Kriegsführung. Algorithmen treffen innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen über Angriffsziele, was den Druck auf Soldaten enorm erhöht.
Früher dauerte es Stunden, bis Expertenteams Ziele analysierten; heute geschieht dies in Sekundenbruchteilen. Diese Entwicklung ist geprägt von der «Move fast and break things»-Mentalität des Silicon Valley und verändert den Charakter moderner Kriege grundlegend. Doch die Hoffnung auf präzisere und menschlichere Konflikte durch Technologie sei laut Schwarz ein Irrtum.
Schwarz betont in der neuen Podcastfolge, dass diese neue Logik ethische Grenzen verschwimmen lässt. Menschen vertrauen oft zu schnell den Entscheidungen von Maschinen, ohne sie kritisch zu hinterfragen. Gewaltanwendung droht zu einer reinen Managementaufgabe abzusinken und kann gravierende Fehler nach sich ziehen – ein Beispiel sei der tragische Angriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans am ersten Kriegstag.
Schwarz prognostiziert, dass KI-gesteuerte Konflikte brutaler und tödlicher werden. Eine internationale Regulierung sei dringend erforderlich, doch bis ein solches Abkommen erreicht ist, könnten Jahre vergehen. Hören Sie den Podcast «NZZ Geopolitik: das grosse Ganze verstehen» auf Spotify, Apple Podcasts oder Castbox und finden Sie alle Episoden in der Übersicht.