Samsung Electronics hat seinen Betriebsgewinn im ersten Quartal verneunfacht und Analystenerwartungen um über ein Drittel übertroffen. Ein drohender Rohstoffmangel aufgrund des Iran-Konflikts könnte die Chipproduktion jedoch gefährden.
Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat mit einem Rekordgewinn für das erste Quartal die Märkte überrascht. Obwohl der Iran-Krieg langfristig die Chipindustrie bedroht, schätzt das Unternehmen seinen Betriebsgewinn für diesen Zeitraum auf 57,2 Billionen Won – rund neunmal so viel wie im Vorjahr und zweieinhalb Mal mehr als im bisherigen Rekordquartal Ende 2025.
Der Betriebsgewinn lag laut einer Umfrage von Yonhap Infomax um 36,7 Prozent über der durchschnittlichen Schätzung. Trotz Sorgen über den Iran-Krieg stiegen die Samsung-Aktienpreise um mehr als drei Prozent.
Der Gewinnsprung resultiert vor allem aus Speicherchips für KI-Anwendungen. Trotz erhöhter Produktion können Samsung und Wettbewerber wie SK Hynix die hohe Nachfrage nicht decken, was die Preise für diese essenziellen Hochleistungscomputer-Komponenten weiter in die Höhe treibt.
Samsung gab bisher keine detaillierten Angaben zum Reingewinn oder zur Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Sparten bekannt – diese werden Ende des Monats veröffentlicht. Dennoch stieg der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 68,1 Prozent auf 133 Billionen Won, erstmals die Marke von 100 Billionen Won überschreitend.
Analysten sehen den Großteil des Gewinnsprungs in der Chipsparte begründet. Besonders hoch könnte der Anteil der Hochbandbreitenspeicher der sechsten Generation (HBM4) sein, die in den neuesten KI-Chips verwendet werden.
Samsung hat es nach anfänglichen Schwierigkeiten geschafft, eine Massenproduktion aufzubauen. Analysten vermuten, dass der Geschäftsbereich DS im ersten Quartal einen Betriebsgewinn von rund 50 Billionen Won erzielt haben könnte – mehr als dreimal so viel wie im Vorquartal.
Der Bereich Device Experience (DX), zuständig für Smartphones und Fernseher, kämpft weiterhin mit geringen Gewinnmargen aufgrund steigender Produktionskosten.
Einige südkoreanische Analysten erhöhen ihre Jahresgewinnschätzungen um etwa die Hälfte auf mehr als 300 Billionen Won. Die anhaltende hohe Nachfrage nach KI-Chips durch «Hyperscaler» wie Amazon oder Alphabet könnte langfristig erhebliche Gewinne sichern.
Der Iran-Krieg stellt jedoch einen Unsicherheitsfaktor dar, den Analysten bisher nicht in ihre Prognosen einbezogen haben: mögliche Versorgungsengpässe bei Helium, das unverzichtbar für die Chipproduktion ist. Südkoreanische Chiphersteller beziehen etwa zwei Drittel ihres Heliumbedarfs aus der Golfregion, dessen vollständige Ersatzbeschaffung im Falle eines dauerhaften Lieferausfalls unmöglich wäre.
Schlimmer noch: Iran hat ein bedeutendes Gasfeld für die Heliumförderung in Katar schwer beschädigt. Diese Quelle könnte daher mehrere Jahre ausfallen. Obwohl angenommen wird, dass Hersteller einen Vorrat von sechs Monaten haben, zeigen Regierungsmaßnahmen das Ernst der Lage auf.
Die südkoreanische Regierung hat bereits eine kriegsähnliche Kontrolle über wichtige Rohstoffe, einschließlich Helium, angekündigt. Präsident Lee Jae Myung äußerte sich besorgt: «Die Lage ist schlimmer, als viele denken», sagte er vor Wählern. «Die ganze Welt erlebt eine Energiekrise, die so ernst ist, dass ich nicht einschlafen kann.»