In den Städten Schwyz, Bern und St. Gallen scheitern erneut Projekte zur Errichtung neuer Moscheen oder Gebetsräume an lokalem Widerstand. In Siebnen, einer Gemeinde im konservativen Kanton Schwyz mit etwa 7000 Einwohnern, planten Muslime die Umwandlung eines älteren Hauses in ein Kulturzentrum inklusive Restaurant und Gebetsraum. Obwohl das äußere Erscheinungsbild unverändert bleiben sollte und keine Muezzin-Rufe geplant waren, stießen die Pläne auf erheblichen Widerstand, insbesondere von der SVP. In einer Petition äußerten sich viele Bürger als besorgt über die Einflüsse auf ihre Lebensqualität, Sicherheit und ihr Umfeld.
Die SVP argumentierte offiziell mit Bedenken hinsichtlich Verkehrsaufkommen, Parkplatzproblemen und Störungen der Ruhe. Die Petition erhielt über 5000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Auch die Gemeinde Schwyz opponierte gegen den Entscheid des Volkswirtschaftsdepartements, das keinen Genehmigungsbedarf sah.
Letztendlich gab die muslimische Gemeinschaft, vertreten durch AIG-Präsident Sinan Sadriu, auf, um keine Spaltung zu riskieren. Die Suche nach einem alternativen Standort ist im Gange.
In Bern steht das Projekt einer neuen Moschee des Islamischen Zentrums Bern (IZB) vor dem Scheitern, da die notwendigen 1,8 Millionen Franken für den Kauf der Immobilie in Wittigkofen fehlen. Obwohl bereits eine Finanzierungsbestätigung durch eine Bank erreicht wurde, konnte diese nicht rechtzeitig verbindlich gemacht werden.
Die evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern kündigte an, mit anderen Interessenten zu verhandeln, während das IZB weiterhin auf eine finanzierungsverbindliche Lösung hofft.
In der Schweiz gibt es etwa 450.000 Muslime und rund 250 Gebetsstätten, von denen die meisten umgenutzte Räume sind. Skepsis gegenüber Neubauten bleibt bestehen, wie auch das Vorhaben einer Moschee mit Gemeindezentrum in St. Gallen zeigt.
Die dortige SVP reagierte schnell und kritisierte eine mögliche ‘Islamisierung’. Die Pläne der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje, die vor allem auf lokale Spenden setzt, stoßen ebenfalls auf politische Nachfragen bezüglich der Finanzierungsquellen. Die Gemeinschaft betont ihre lange Verwurzelung und Integration in St. Gallen.