Nach zwei Pilotenstreiks in diesem Jahr ist der heutige Dienstag der dritte bedeutende Ausstand bei Deutschlands größtem Luftfahrtunternehmen, Lufthansa. Trotz angekündigter Gegenmassnahmen wurden bereits im Vorfeld zahlreiche Flüge gestrichen.
Am Frankfurter Drehkreuz, dem Hauptflughafen der Airline, wurden von ursprünglich geplanten rund 350 Abflügen etwa drei Viertel annulliert. Ähnliche Einschränkungen gab es am letzten Tag der hessischen Osterferien bei den Landungen. Bis spätabends sind Hunderte Flüge betroffen.
Streikt wird offiziell nur auf den Startbahnen in Deutschland, insbesondere in München und Frankfurt sowie an anderen Flughäfen wie Leipzig/Halle, Berlin und Stuttgart. Aufgrund fehlender Maschinen an ausländischen Zielen könnten ebenfalls zahlreiche Rückflüge betroffen sein.
Um den Ausfall zu kompensieren, plant die Lufthansa-Tochter Swiss, auf bestimmten Flügen nach Frankfurt und München größere Flugzeuge einzusetzen. So soll sichergestellt werden, dass einige Passagiere doch noch ihr Ziel erreichen können. “Wir sind uns bewusst, dass Streiks für viele Reisende mit Unannehmlichkeiten verbunden sind. Deshalb ist unser Ziel, im Rahmen unserer Möglichkeiten zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen und so möglichst viele Passagiere an ihr Ziel zu bringen”, erklärt die Swiss auf ihrer Webseite.
Vorerst betrifft dies acht Flüge zwischen Zürich und Frankfurt sowie zwischen Zürch und München. Weitere könnten hinzukommen, wie Swiss weiter mitteilt. Reisende werden dazu aufgerufen, ihren Buchungsstatus regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf die Kontaktdaten anzupassen, um bei Flugannullierungen direkt informiert zu werden.
Auch Lufthansa rät den Passagieren, sich umfassend über ihre Flüge zu informieren. Tickets können entweder umbuchen oder erstattet werden. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden stehen Entschädigungen zu. Darüber hinaus muss die Airline für alternative Transportmittel, Verpflegung und Unterkunft sorgen.
Ein Warnstreik und eine Urabstimmung hatten den heutigen Streik vorbereitet, bei dem sich die Beschäftigten überwiegend für einen Arbeitskampf ausgesprochen haben. Im Zentrum des Konflikts stehen Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach Angaben der Gewerkschaft Ufo die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, über einen Sozialtarifvertrag mit Cityline zu verhandeln. Dies betrifft rund 800 Arbeitsplätze, wie aus Gewerkschaftskreisen verlautet wurde.