An einem Ausflugsziel in Haiti, der von der Unesco als Weltkulturerbe klassifizierten Zitadelle Laferrière, kam es zu einer Massenpanik, bei der 25 Menschen ums Leben kamen, so offizielle Angaben. Medienberichte hatten zunächst von 30 Todesopfern ausgegangen. Am Samstag strömte eine ungewöhnlich hohe Zahl an Besuchern in die historische Festung Laferrière im Norden Haitis, in der Gemeinde Milot.
Der Bürgermeister von Milot, Wesner Joseph, berichtete gegenüber dem “Miami Herald”, dass die meisten Opfer durch Ersticken gestorben seien. Laut Berichten handelte es sich bei vielen Verstorbenen um Jugendliche und Kinder ab etwa zwölf Jahren. Die Panik brach aus, als plötzlicher starker Regen einsetzte und die dicht gedrängten Menschen in Bewegung gerieten; zahlreiche Personen wurden niedergetrampelt, besonders an den engen Zugängen der Festungsanlage.
Die Massenversammlung von jungen Leuten wurde über soziale Netzwerke beworben. “Eine nicht genehmigte Aktivität durch die Gemeinde Milot endete in einer Tragödie”, berichtete das Portal AyiboPost. Der Treffpunkt war auf der Plattform Tiktok angekündigt worden, organisiert von einem Influencer mit Hunderttausenden Followern, der Transport und Unterhaltung versprach.
Der Influencer wies jede Verantwortung für die Katastrophe zurück: “Ich habe nichts mit dem zu tun, was passiert ist”, zitierte ihn AyiboPost. Er hatte bereits den Rückweg angetreten, als er von der Panik erfuhr.
AyiboPost berichtete, dass Menschen gleichzeitig in die Anlage hinein- und wieder herausdrängten, wobei nur ein Zugang geöffnet war. Dies führte zu einem extremen Gedränge, das schließlich in Rangeleien und Panik mündete.
Die Regierung Haitis um Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé äußerte ihr Bestürzen über den Vorfall. Alle zuständigen Behörden wurden mobilisiert, um den Betroffenen und ihren Familien unverzüglich Hilfe zu leisten. Die Bevölkerung wurde während der Ermittlungen zur Ruhe aufgerufen.
Die Zitadelle Laferrière, im frühen 19. Jahrhundert von ehemaligen Sklaven errichtet, gilt als Symbol des Freiheitskampfes gegen die französische Kolonialmacht und zieht besonders während der Osterzeit viele Besucher an.