In Zug gibt es kein würdiges Denkmal für die rund 200 als Hexen hingerichteten Menschen. Um das Thema im Blick des Regierungsrats zu behalten, überreichte man ihm kürzlich eine symbolische Stele. Das Kunstwerk aus Eichenholz, von Daniel Züsli geschaffen und etwa 67 Kilogramm schwer, wurde vom Kulturschaffenden Severin Hofer persönlich ins Büro des Direktors für Bildung und Kultur, Stephan Schleiss, gebracht.
Hofer erläutert in einem Video auf Social Media die Beweggründe hinter dem Geschenk. Maria Greco, eine Baarer Kulturschaffende, setzt sich seit Jahren für ein würdigeres Denkmal ein. Sie veranstaltet Theaterführungen unter dem Titel «Unschuldig schuldig», um über die Hexenprozesse zu informieren und das Bewusstsein dafür zu schärfen.
Die heutige Gedenkstätte bei der Schutzengelkapelle, wo eine Richtstätte stand, wird als unwürdig empfunden. 2024 forderten Kantonsrätinnen ein neues Denkmal. Der Regierungsrat erwähnte zwar die Möglichkeit einer Aufwertung des bestehenden Kreuzes, doch bisher passierte nichts.
Im Zuge der Preisverleihung an Greco übergab Hofer das symbolische «Geschenk» mit dem Titel «Denk mal ans Denkmal», um Erinnerung und Handlungsbedarf zu betonen. Kulturdirektor Schleiss zeigte sich begeistert und stellte eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Stele in seinem Büro bereit.
Hofer betont, dass es ihm wichtig sei, Stimmen wie die von Maria Greco Gehör zu verschaffen. Sie widmete sich der Erinnerung an Menschen, die keine eigene Stimme hatten und deren Geschichte leise bleibt.