Laut einer umfangreichen Untersuchung hätte die Ermordung von drei Mädchen im englischen Southport möglicherweise verhindert werden können, wenn das eskalierende Verhalten des Minderjährigen durch dessen Eltern gemeldet worden wäre. Adrian Fulford, der Vorsitzende der öffentlichen Untersuchung in Liverpool, betonte, dass die Morde “mit hoher Wahrscheinlichkeit” nicht geschehen wären, hätten die Behörden das Risiko erkannt. Obwohl den Eltern eine “erhebliche Mitschuld” zugesprochen wurde, sind strafrechtliche Konsequenzen noch ausstehend.
Im Juli 2024 attackierte ein damals 17-jähriger Täter einen Taylor-Swift-Tanzkurs mit einem Messer. Dabei kamen drei Mädchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren ums Leben, während acht weitere Kinder und zwei Erwachsene teils schwer verletzt wurden. Der Jugendliche erhielt Anfang 2025 eine Haftstrafe von mindestens 52 Jahren. Bereits kurz nach der Tat und im Laufe des Gerichtsprozesses wurde deutlich, dass es vor den Morden zu Behördenversagen kam; der Angreifer war wegen seiner Gewaltneigung bekannt, aber nicht eingegriffen worden. Fulford erklärte, der Täter sei als “potenziell hochgefährlich” eingestuft gewesen.
Der Untersuchungsbericht offenbarte, dass der Jugendliche viel Zeit im Internet verbrachte und sich dort “unangemessene und verstörende Inhalte” anschaute, ohne elterliche Aufsicht. Die Eltern hatten Kenntnis von dem Erwerb tödlicher Waffen durch ihren Sohn, was zu dessen Festnahme geführt hätte, falls gemeldet worden wäre, so Fulford. Die Southport-Morde führten in Großbritannien zu gesellschaftspolitischen Diskussionen und Ausschreitungen, getrieben von Falschinformationen über die Herkunft des Täters. Obwohl er als britischer Staatsbürger mit Rwandern-Wurzeln geboren wurde, wurde falsch behauptet, der Angreifer sei ein muslimischer Migrant.