Die jüngsten gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die angespannte Lage im Persischen Golf, insbesondere bei der Meerenge von Hormuz, lösen Unsicherheit aus. Diese Situation führt dazu, dass der Ölpreis über die 100-Dollar-Marke steigt, wobei Investoren eine Stagflation befürchten.
Nach dem Abbruch der Verhandlungen, ohne einen neuen Termin zu setzen, und Donald Trumps Ankündigung einer Blockade im Persischen Golf, ist an den Finanzmärkten Nervosität spürbar. Diese wurde verstärkt durch Irans Drohung, alle Häfen in der Region ins Visier zu nehmen, sollte seine Schifffahrt bedroht werden. Trotz eines vorherigen zweiwöchigen Waffenstillstands mit den USA ist die Lage weiterhin angespannt.
Gero Jung von der Walliser Kantonalbank sieht in dem Ende der Verhandlungen ohne neuen Termin ein schlechtes Zeichen, da Unsicherheit auf den Finanzmärkten unerwünscht sei. Thomas Rühl von der Schwyzer Kantonalbank (SZKB) beschreibt die Waffenruhe als extrem fragil.
Diese Sorgen spiegeln sich vor allem in den Ölpreisen wider, die nach dem Verhandlungsaus stark anstiegen. Der Brent-Preis erhöhte sich um über 7 Prozent und erreichte 102 Dollar pro Fass. Diese Marke wird oft als psychologisches Signal angesehen.
“Jeder Börsenhandel ist momentan ein Ölgeschäft”, so Rühl. Während der Ölkrisen in den 1970er Jahren war dies auch so, und heute wiederholt sich diese Dynamik. Da Öl und Gas in vielen Produkten enthalten sind, beeinflussen sie maßgeblich die Weltwirtschaft.
Steigende Energiepreise können das Wachstum dämpfen und Inflation verstärken. Rühl warnt vor einer möglichen Stagflation, die negative Auswirkungen auf Finanzanlagen haben könnte. Als Reaktion hat die SZKB ihre Aktienübergewichtung reduziert.
Am Montag verzeichneten europäische Börsen Rückgänge; der Schweizer SMI fiel um 0,8 Prozent und der Euro-Stoxx 50 sank um 1,2 Prozent. Die aggressive Rhetorik Irans trägt zu den Spannungen bei.
Jung sieht die Auswirkungen auf den Aktienmarkt als noch begrenzt an, da viele Investoren nicht mit einem schnellen Verhandlungserfolg gerechnet hatten. Viele Marktteilnehmer zeigten sich skeptisch gegenüber der Feuerpause, und beide Seiten sind weit auseinander.
Der Dollar hat seit dem Konfliktverlauf zugelegt, da er als sicherer Hafen wahrgenommen wird – typisch für Zeiten mit geopolitischen Spannungen. Rühl sieht auch die steigenden Ölpreise als Grund für den stärkeren Dollar.
Die höheren Energiekosten haben Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung durch die Federal Reserve gedämpft, unterstützt von Inflationszahlen in den USA, die im März auf 3,3 Prozent kletterten.
Ein weiterer Grund für die Stärke des Dollars sind die attraktiven Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Die US-Staatsverschuldung ist durch Kriegsausgaben gestiegen, obwohl der Dollar an Wert gewonnen hat.
Der Goldpreis entwickelte sich unerwartet und fiel am Montag um 0,8 Prozent auf 4712 Dollar pro Feinunze. Die Verkäufe der türkischen Zentralbank könnten diesen Rückgang ebenfalls beeinflusst haben, um die Lira vor den Auswirkungen des Konflikts zu schützen.