Patrick Fischer, der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer, hat nach SRF-Recherchen öffentlich gemacht, dass er zu den Olympischen Winterspielen 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat gereist ist. Ein Strafbefehl aus dem Jahr 2023 der Staatsanwaltschaft Luzern bestätigt diese Verurteilung wegen Urkundenfälschung, nachdem Fischer ein Zertifikat auf Telegram bezogen hatte.
Der Strafbefehl besagt wörtlich: «Daraufhin besass der Beschuldigte ein gefälschtes Covid-Zertifikat, welches ihm vorgab, er sei am 27.10.2021 und am 22.11.2021 geimpft worden, obwohl dies nicht der Fall war.» Fischer reiste im Februar 2022 nach China, «im Wissen darum, dass ohne Zertifikat eine Einreise unmöglich gewesen wäre». Die Staatsanwaltschaft verhängte gegen ihn eine bedingte Geldstrafe in Höhe von 38’910 Franken.
Nachdem SRF am Montagvormittag Fischer und den Schweizerischen Eishockeyverband SIHF mit den offiziellen Dokumenten konfrontierte, veröffentlichte der Trainer ein Video: «Ich bin mir bewusst, dass dies ein Fehltritt war. Es tut mir extrem leid, wenn ich enttäuscht habe.»
Fischers Impfstatus war vor den Spielen in der Schweiz ein diskutiertes Thema. Im Oktober 2021 sagte er dem «Blick», er liebe seinen Job und würde nichts tun, was diesen gefährden könnte: «Daher werde ich mich impfen lassen.»
Rudolf Hauri, ehemaliger Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte und Zuger Amtsarzt, äußerte sich kritisch über Fischers Handeln während der Pandemie. Er empfindet es als «schockierend», dass ein öffentliches Vorbild gegen geltende Regeln verstoßen habe.
Patrick Fischer, bekannt für seine Erfolge als Trainer mit drei WM-Silbermedaillen und den Siegen 2024 sowie 2025, kündigte an, nach der Heim-WM in Zürich und Freiburg im Mai von seinem Amt zurückzutreten. Diese beginnt am 15. Mai.