Patrick Fischer, der Eishockey-Nationaltrainer, steht wegen des Erwerbs eines gefälschten Covid-19-Impfzertifikats in der Kritik. Dieser Schritt wirft Fragen nach seiner Glaubwürdigkeit auf, besonders da er den Spielern eine Null-Toleranz-Politik entgegenbrachte und sie bei den Olympischen Spielen 2022 einem erhöhten Risiko aussetzte. Seine Entscheidung könnte das Vertrauen innerhalb der Mannschaft erschüttern, die nun über seine Doppelmoral nachdenken muss.
Fischer ist bekannt für seinen Hang zu esoterischen Überzeugungen, wie etwa die Nutzung einer Leiste zur Abwehr von 5G-Strahlen. Sein Fehltritt beim Erwerb des gefälschten Zertifikats und der daraus resultierende Aufenthalt in Peking könnten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, insbesondere angesichts Chinas strenger Covid-19-Bestimmungen.
In einer öffentlichen Stellungnahme betonte Fischer, er sei in einer “aussergewöhnlichen persönlichen Notsituation” gewesen und habe unter fremdem Einfluss gehandelt. Diese Argumente wirken jedoch unverhältnismässig, insbesondere angesichts seiner bekannten Impfgegnerschaft.
Während seiner zehnjährigen Amtszeit setzte Fischer eine strenge Null-Toleranz-Politik durch: Spieler, die Aufgebote nicht wahrnahmen, wurden oft jahrelang übergangen – ein Vorgehen, das er nun in seiner eigenen Situation anders betrachtet. Er behauptet, seine Verfehlung sei vernachlässigbar und hebt hervor, dass er sich sonst stets an geltendes Recht gehalten habe.
Fischer log sowohl seinen Arbeitgeber als auch die Öffentlichkeit über das gefälschte Zertifikat – ein Faktum, das seine Position hätte gefährden können. Tatsächlich hielt er den Trainerposten länger inne, da der Verbandspräsident damals eine Entlassung erwog.
Die verbleibenden vier Wochen bis zur Heim-WM sind für die Schweizer Nationalmannschaft angespannt: Fischer manövrierte seinen Arbeitgeber in eine schwierige Lage und erschwert das Amt des Trainers. Theoretisch müsste er gemäß seiner eigenen Richtlinien weitreichendere Konsequenzen als nur ein Strafgeld von knapp 39 000 Franken tragen. Sein Assistent Jan Cadieux, der als möglicher Nachfolger gilt, steht bereit, doch eine Ablösung ist unwahrscheinlich – was die Ungleichheit in den Regeln des Sports aufzeigt.