Die strenge Regel, die seit Februar eine zusätzliche Vergütung von nur 15 Rappen pro Kilogramm für überproduzierte Milch vorsieht, könnte bald aufgehoben werden. Dies berichtet das “SRF Regionaljournal” unter Berufung auf den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP). Trotz anhaltend erhöhter Produktion im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine rückläufige Wachstumsrate, was die Delegiertenversammlung des ZMP zur Überprüfung der Regelung veranlasste. Geplant ist eine Aufhebung des Preisregimes Ende Mai.
Die Situation im Milchmarkt bleibt jedoch angespannt. Die ZMP bezeichnet den aktuellen Zustand als “Stresstest” aufgrund hoher Produktionsmengen, voller Lager und limitierter Verarbeitungskapazitäten. Im Jahr 2025 verschärfte sich die Lage durch steigende Milchproduktion, fallende Auslandsmärkte und erhöhte Importkonkurrenz, was insbesondere den B-Milchpreis belastete. Viele Betriebe sind gezwungen, unter Kostendruck zu produzieren.
Mehrere Ursachen für die Überproduktion identifiziert die ZMP, darunter eine gesteigerte Milchertrag durch qualitativ hochwertiges Futter sowie geopolitische Entwicklungen wie US-Zölle, die Exporte erschweren. Parallel dazu arbeitet der Branchenverband an einer langfristigen Lösung zur besseren Steuerung von Schwankungen bei der Milchmenge, mit Vorschlägen bis Herbst 2026.
Verwendete Quellen: Bericht im “Regionaljournal Zentralschweiz”, Medienmitteilung der “ZMP”.