Urs Kessler, der Präsident der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF), hat in einem Gespräch mit Schweizer Sportjournalisten über die Entlassung von Patrick Fischer als Nati-Trainer gesprochen und dabei Fehler seitens des Verbands eingestanden. Ursprünglich wollte man am Montag bei Fischers Position bleiben, was Kessler nun als Fehlentscheidung bezeichnete: «Unsere Ersteinschätzung war zu kurz gegriffen», erklärte der 63-Jährige.
Anfangs beschränkte man sich laut Kessler auf die rechtliche Beurteilung, doch zeigte die öffentliche Debatte, dass es um mehr als nur juristische Aspekte ging. Daher entschied der Verwaltungsrat bei einer ausserordentlichen Sitzung am Mittwoch Fischers Entlassung durchzuführen und informierte ihn sowie das Team per Video-Call.
Kessler teilte weiter mit, dass am Donnerstag eine externe administrative Untersuchung eingeleitet wurde. Diese soll aufdecken, was beim Verband seit dem Vorfall Mitte März schiefgelaufen ist, als Fischer in der Slowakei ein gefälschtes Covid-Zertifikat erwähnte und dabei den SIHF-Medienchef anwesend hatte. Zusätzlich sollen die Vorgänge von 2022 und die Umsetzung des Ethik-Kodex geprüft werden.
Kessler betonte, dass Fischer trotz seines Fehltritts und der vorzeitigen Entlassung «sportlich gesehen der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des Schweizer Eishockeys» bleibt. Dennoch sei das Verhalten mit einem gefälschten Covid-Zertifikat nicht vereinbar mit den Werten des Verbands und wurde als Vertrauensbruch angesehen.
Jan Cadieux, Fischers Nachfolger, wird von Kessler mit «absolutem Vertrauen» des Verbands versehen. Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt äusserte sich der SIHF-Präsident: «Wir haben Fehler gemacht. Aber kurz vor der WM den Verband führungslos zu lassen, wäre das Schlimmste gewesen.»