Das MDAX-Unternehmen Fuchs hat neue Mittelfristziele bis ins Jahr 2031 angekündigt. Diese wurden vom zukünftigen CEO Timo Reister konzipiert, der das Unternehmen auf sechs Wachstumsfelder ausrichten möchte. Der Iran-Krieg hat bisher kaum Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung gezeigt, während die Aktie als preiswert eingestuft wird.
Der Kapitalmarkttag in Mannheim präsentierte diese neuen Ziele und gab einen Einblick in die Zeit nach Stefan Fuchs’ Amtszeit als CEO. Der derzeitige Vizechef Timo Reister, dessen Mandat bis Mitte 2029 läuft, hat den Plan entwickelt. Sein Fokus liegt auf sechs Bereichen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen seine Ziele erreicht – ein Ziel, das in der letzten Periode verfehlt wurde.
Das Unternehmen feiert im Jahr 2031 sein hundertjähriges Bestehen und hat deshalb den Strategieplan “Fuchs 100” vorgestellt. Diese Aktualisierung trägt den Untertitel “Focus to win”, eine Weiterentwicklung der vorherigen Strategie “Fuchs 2025”, die einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro bis 2025 anvisierte. Aufgrund externer Einflüsse wie der Covid-Pandemie, Lieferkettenproblemen und geopolitischen Spannungen verfehlte das Unternehmen diese Ziele. Der Ebit betrug im Jahr 2025 435 Millionen Euro mit einer Marge von 12,2 Prozent.
Für 2031 plant Fuchs nun einen Ebit zwischen 550 und 600 Millionen Euro sowie ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4 bis 5,5 Prozent. Die Zielmarge soll sich auf 13 bis 15 Prozent belaufen, während der Umsatz auf 4 bis 4,5 Milliarden Euro steigen soll (2025: 3,6 Milliarden Euro). Dieser Plan sieht ein organisches Wachstum von 2 bis 4 Prozent pro Jahr vor.
Fuchs setzt traditionell ein Drittel seiner Mittel für M&A ein und erwirbt kleinere Firmen, um durch Skalierung Mehrwert zu schaffen. CFO Esma Saglik hofft, mit der Digitalisierungsinitiative “Transform2Grow” (T2G) die Finanzziele zu erreichen. Die Türkei-Übernahme von Opet hat das Geschäftsjahr 2026 ebenfalls beeinflusst.
Mit einer hervorragenden Kapitalrendite und einem Comeback in der Auswahl von “The Market” gilt Fuchs als nachgelagerter Profiteur des deutschen Infrastrukturpakets. Der MDAX-Konzern hat Marktanteile von rund 2 Prozent im Automotive-Sektor sowie mehr als 4 Prozent bei nicht-automobilen Kunden.
Die jährliche Dividendensteigerung und eine Cash-Conversion-Rate von 0,8 runden das Update ab. Fuchs strebt an, zum Dividendenaristokraten zu werden. Timo Reister sieht die Vielzahl von Wachstumschancen als Herausforderung und will deshalb den Fokus stärken.
Der Iran-Krieg hat zwar zu höheren Rohstoffpreisen geführt, doch Fuchs plant eine schnelle Weitergabe dieser Kosten an Kunden. Die verteilte Produktion in Europa, China und den USA unterstützt diese Strategie. Analysten erwarten die Auswirkungen des Konflikts erst im zweiten oder dritten Quartal.
Fuchs ist derzeit günstiger als der zehnjährige Median am Markt. Das Unternehmen hebt sich durch seine Ertragskraft, den freien Cashflow und hohe Kapitalrendite von Wettbewerbern ab. Die neuen Ziele erscheinen erreichbar, vorausgesetzt externe Krisen bleiben aus.