Seit sechs Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Nachdem Donald Trump auf Truth Social eine Waffenruhe bekannt gab, behauptete er, dass alle militärischen Ziele des US-Einsatzes erreicht oder sogar übertroffen worden seien. Dies bezieht sich auf zahlreiche Infrastrukturangriffe: militärische Einrichtungen, Nuklearanlagen, Forschungszentren, Industrieanlagen sowie Öl- und Gasfelder wurden ins Visier genommen. Über 700 Angriffe zielten direkt auf Teheran, der Hauptstadt Irans mit einem hohen Anteil an politischer und militärischer Führungskraft.
Die Berichterstattung aus Iran ist durch Internetblockaden und staatliche Zensur erschwert worden. Mit dem Verbot der Veröffentlichung von Satellitenbildern aus der Golfregion durch die US-Regierung fiel eine wichtige Informationsquelle weg. Dennoch gibt es weitere Möglichkeiten, den Golfraum mittels Satellitenaufklärung zu überwachen.
Für diese Untersuchung wurden Radar-Satellitendaten (SAR-Bilder) genutzt. Diese Methode sendet Mikrowellen-Signale aus und erfasst das Echo der Erdoberfläche. Anders als herkömmliche Satellitenbilder funktioniert sie auch bei bewölktem Himmel oder nachts.
Durch den Vergleich von Daten, die an verschiedenen Tagen aufgenommen wurden, lassen sich Veränderungen feststellen: Bleibt die Rückstrahlung gleich, sind Gebäude unversehrt. Zeigt das Echo hingegen eine starke Abweichung, deutet dies auf Zerstörungen hin. Diese Daten können mit Berichten aus den Medien und Augenzeugenaussagen abgeglichen werden.
Das Konfliktforschungsinstitut ACLED dokumentiert mehr als 800 Angriffe in der Provinz Teheran, bei denen auch zivile Objekte betroffen waren. Die Menschenrechtsorganisation HRANA berichtet von über 3.500 Todesopfern seit Beginn des Konflikts, darunter 1.701 Zivilisten, einschließlich mindestens 254 Kinder.
Daten und Auswertung: Vertical52