Der frühere Londoner Botschafter in den USA, Peter Mandelson, wurde trotz einer fehlerhaften Sicherheitsprüfung nach Washington entsandt. Dies führte zur Entlassung eines Spitzenbeamten und erhöht den Druck auf Premierminister Keir Starmer.
Die Kontroverse um Mandelson, der wegen seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein in die Kritik geraten ist, fordert nun weitere prominente Opfer. Die Ernennung von Mandelson zum US-Botschafter Anfang 2025 erfolgte trotz eines fehlgeschlagenen Sicherheitschecks, über den das Aussenministerium nicht informiert hatte. Starmer erfuhr davon erst am Dienstag und bezeichnete die Unterlassung als «atemberaubendes» Versagen.
«Dass mir nicht mitgeteilt wurde, dass Mandelson die Sicherheitsprüfung nicht bestanden habe, ist unverzeihlich», so der Premierminister. Vor kurzem hatte er das Parlament über ordnungsgemäße Verfahrensabläufe informiert. Auch Mandelson selbst war angeblich im Unklaren.
Als Folge der Enthüllungen entließ Starmer den Chefbeamten des Aussenministeriums, Olly Robbins, in der Nacht zum Freitag. Zuvor waren Starmers Stabschef und weitere hochrangige Beamte zurückgetreten.
Die Mandelson-Affäre belastet bereits seit Monaten die Amtszeit von Starmer, der zusätzlich wegen innenpolitischer Kehrtwendungen unter Druck steht. Die konservative Oppositionsführerin und andere Parteien fordern seinen Rücktritt aufgrund von Missmanagement.
Trotz bekannter Beziehungen zu Epstein wurde Mandelson zum Botschafter ernannt, in der Hoffnung, Trump für Grossbritannien gewinnen zu können. Nachdem Epstein-Dokumente seine engen Kontakte offenlegten, musste er das Amt verlassen.
Mandelsons gescheiterte Sicherheitsüberprüfung wirft zahlreiche Fragen auf. Die Entscheidungsträger und die Verfahren bleiben unklar. Robbins war erst kürzlich in sein Amt zurückgekehrt und hatte vorher für Goldman Sachs gearbeitet.
Starmer plant, am Montag im Unterhaus alle Fakten darzulegen. Doch selbst innerhalb der Labour-Partei wächst die Unruhe. Die bevorstehenden Kommunalwahlen könnten die Partei schwer treffen.
Darren Jones, Minister für Regierungsangelegenheiten, verteidigte Starmer und kündigte an, das Aussenministerium habe seine Entscheidungsbefugnis verloren. Doch der Vorfall wirft erneut Fragen nach Starmers Führungsstärke auf.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen und wie sich Starmer gegen den internen und externen Druck behauptet.