Im kalten Norden Nordamerikas zeigt der berühmte Alaska Highway, dass die Beziehung zwischen den USA und Kanada trotz politischer Spannungen auch eine warme Vergangenheit hat. Die nördlichste Fernstraße der Welt wurde vor über achtzig Jahren von beiden Ländern gemeinsam errichtet.
Früh am Morgen herrscht an der Grenzstation zwischen Kanada und den USA wenig Betrieb, nicht aufgrund diplomatischer Eiszeiten, sondern wegen der eisigen Temperaturen. Mittags liegen die Temperaturen bei knapp unter minus 20 Grad. Der Zollbeamte hat kaum Arbeit, da nur gelegentliches Grenzverkehrsgeschehen stattfindet.
In Beaver Creek in Kanada leben lediglich 78 Menschen und im amerikanischen Port Alcan sind es 33 Einwohner. An kalten Tagen sehen hier selten mehr als ein paar Fahrzeuge zusammen, wie der Zollbeamte berichtet: “Im späten Frühling werden wir aber von Touristen überrannt.” Der Grenzübergang liegt am Alaska Highway, einer ehemaligen und immer noch wichtigen Verbindung zwischen den südlichen US-Bundesstaaten und dem nördlichsten Bundesstaat. Seit seiner Eröffnung ist die Straße ein Magnet für Abenteurer, die sich nach weniger zivilisierten Gegenden als Skandinavien sehnen.
“Berge, Seen, Wälder, Lachse und Bären” nennt der Beamte die Attraktionen, die den Sommer beleben. Heute ist er entspannt und begrüßt Besucher mit einem freundlichen Lächeln. Er drückt den Passstempel behutsam auf und freut sich über einen kurzen Plausch.
Sein Interesse weckt unser Auto, das einerseits vertraut wirkt, andererseits doch fremd erscheint: Ein nagelneuer Ineos Grenadier, der an einen alten Land Rover Defender erinnert. Jim Ratcliffe, ein reicher Brite und Fan des Land Rover Defenders, ließ nach dessen drohendem Aus durch seinen Chemie-Konzern Ineos eine eigene Autosparte entstehen. So kam 2022 der Grenadier auf den Markt.
Der Zollbeamte teilt daraufhin die Geschichte des Alaska Highways mit: Entstanden aus einer politischen Notwendigkeit während des Zweiten Weltkriegs, wurde er in Rekordzeit von US-Soldaten und Zivilisten erbaut. Sie schufen eine 2197 Kilometer lange Route durch unwegsames Terrain.
Nach seiner Eröffnung im Jahr 1942 ist die Straße nun asphaltiert und befestigt, aber zwischen November und Mai bleibt sie herausfordernd. Schneeverwehungen und gefrorene Spurrillen erschweren den Weg. Der Highway verbindet Menschen mit der Natur ohne sie zu beanspruchen.
Mit dem robusten Grenadier kämpfen wir uns durch die winterliche Einsamkeit des Yukon, wo nur spärlich andere Fahrzeuge auftauchen. Diese Region steht für Abenteuer und Unberührtheit, auch wenn das Territorium dünn besiedelt ist.
Der Highway vermittelt das Gefühl einer stillen Vereinbarung mit der Natur: Durchqueren ohne zu beanspruchen. Die Landschaft bleibt unverändert, gelegentlich kreuzt ein Elch die Straße. Der Grenadier eignet sich perfekt für diese raue Umgebung.
Die Reise endet in Delta Junction, wo der Alaska Highway offiziell aufhört. Links führt er nach Anchorage und rechts geht es weiter nach Fairbanks und Prudhoe Bay – ein anderes Abenteuer wartet dort. Die Recherche wurde von Ineos unterstützt.