Infolge von Verkehrs-, Industrie- und Tourismusbeschränkungen während der Covid-Pandemie verzeichneten Seen weltweit eine verbesserte Wasserqualität, gemessen an deren Trübung. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der China Agricultural University in Peking und des Schweizer Eawag-Wasserforschungsinstituts analysierte die Trübung von über 770 Seen zwischen 2017 und 2022 mittels Satellitendaten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus Global Land Service. Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift «Nature – Communications Earth & Environment», ist die erste ihrer Art, die direkte Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Wasserqualität quantifiziert.
Im Jahr 2020 sank die maximale Trübung der Seen weltweit um durchschnittlich 7 Prozent im Vergleich zu 2019. Ungefähr 5,9 Prozent dieser Abnahme lassen sich laut den Forschern direkt auf Pandemiemaßnahmen zurückführen. Bei drei Vierteln der untersuchten Gewässer war das Wasser während des Lockdowns klarer. Daniel Odermatt von Eawag und Mitverfasser der Studie betonte gegenüber RTS, dass die Trübung in den Flussmündungen und Ufernähe umso stärker abnahm, je strenger die Maßnahmen waren. Etwa ein Jahr nach deren Aufhebung kehrte sich das Phänomen jedoch wieder zurück. Diese schnelle Erholung der Ökosysteme zeige deren Widerstandsfähigkeit und gebe Hoffnung auf eine nachhaltige Verbesserung der Wasserqualität, sofern politische Maßnahmen dies unterstützen.
RTS La Matinale berichtete am 15. April 2026 um 6:19 Uhr über diese Erkenntnisse.