Im vierten Versuch konnte die schweizerische Nationalmannschaft in dieser WM-Qualifikationsphase erstmals keinen Sieg einfahren. Die türkischen Spielerinnen hingegen errangen im sechsten Anlauf ihren ersten Punkt gegen die Schweiz. Selen Altunkulak gelang mit ihrem Tor in der 79. Minute der Ausgleich für die Türkei, was einer der wenigen Schüsse im gesamten Spiel war – auf beiden Seiten.
Nati-Trainer Rafael Navarro nahm eine Änderung in der Aufstellung gegenüber dem Hinspiel in Zürich (3:1) vor. Ana-Maria Crnogorcevic ersetzte Julia Stierli als Linksverteidigerin und erzielte nach 52 Minuten den entscheidenden Treffer.
Es schien, als freuten sich sogar die türkischen Heimfans in der ausverkauften Arena “Stadyumu” (10.000 Zuschauer) in Sinop über die plötzliche Aktivität auf dem Platz. Mit einem Distanzschuss brachte Crnogorcevic die Schweiz im 179. Länderspiel mit ihrem 75. Tor – dem ersten seit Juli 2024 – überraschend in Führung.
SRF-Expertin Martina Moser fasste die ersten 45 Minuten prägnant zusammen: “Dass man einen solchen Torschuss als Highlight präsentiert, zeigt, wie diese erste Halbzeit gelaufen ist.” Sie bezog sich dabei auf einen eher harmlosen Schuss von Kapitänin Lia Wälti (28.), der rechts am Tor vorbeiflog.
Die Hoffnung auf eine bessere Leistung kam durch die Tatsache, dass beide Teams in den vergangenen vier Tagen den Seitenwechsel als Weckruf genutzt hatten – alle vier Tore fielen danach. Diesmal zeigte sich nur eine geringfügige Steigerung, was zu einem enttäuschenden 1:1-Unentschieden führte.
Das Rennen um den Gruppensieg bleibt somit offen. Die Schweizerinnen liegen mit 10 Punkten immer noch an der Tabellenspitze und haben drei Zähler Vorsprung auf die Türkei. Das Duell zwischen Nordirland (3 Punkte) und Malta (0) steht noch aus.
Nach den Begegnungen gegen die Türkei erhält die Frauen-Nati eine kurze Pause, bevor sie Anfang Juni ihre letzten zwei Qualifikationsspiele bestreitet. Zunächst empfängt man am 5. Juni im neuen Lugano-Stadion Malta und spielt vier Tage später in Nordirland das letzte Gruppenspiel.
SRF zwei, Sportlive, 18.04.2026, 17:45 Uhr