Der Bund gibt Larry Fink, dem Co-Präsidenten des World Economic Forum (WEF), Rückendeckung, obwohl Klaus Schwab, der Gründer des WEF, in einem Schreiben an die Stiftungsaufsicht seine Bedenken äußerte. Er fordert einen Nachfolger ohne Interessenkonflikte und kritisiert Finks Doppelrolle als CEO von Blackrock. Nach dem Rücktritt Börge Brendes im Februar aufgrund seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein, blieb das WEF einige Wochen frei von Skandalen. Hinter den Kulissen setzt sich der Umbau fort: Interims-CEO Alois Zwinggi und Co-Präsident André Hoffmann trafen kürzlich mit der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht (ESA) zusammen, um die Reduzierung des Stiftungsrates von fast 30 auf weniger Mitglieder zu diskutieren. Auch sollen die hohen Gehälter im Management überprüft werden. Klaus Schwab richtete ein mehrseitiges Schreiben an den Bund, in dem er eine rechtliche Beurteilung der Governance und Strategie des WEF forderte. Er bezweifelt, dass das Forum seinen Zweck gemäß den Statuten und Grundsätzen verantwortungsvoller Stiftungsführung erfüllt. Schwab kritisiert die Doppelrollen der Co-Präsidenten André Hoffmann und Larry Fink, die nicht nur dem WEF verpflichtet sind. Er fordert einen Präsidenten mit internationaler Glaubwürdigkeit und ohne Interessenkonflikte. Die WEF-Statuten betonen Unabhängigkeit und das öffentliche Interesse, doch bei Fink scheinen Interessenkonflikte aufgrund seiner Rolle bei Blackrock möglich. Trotzdem sieht die ESA keine grundsätzlichen Probleme mit Stiftungsvertretern in externen Positionen. Entscheidend sei, dass der Präsident im Sinne der Stiftung handelt. Schwab kann nicht auf bundesweite Unterstützung hoffen und ist enttäuscht, da er seine Nachfolge mit Christine Lagarde als WEF-Präsidentin regeln wollte. Die Vorwürfe gegen ihn könnten seiner Meinung nach auch dazu gedient haben, ihre Ernennung zu verhindern. Schwab äußerte den Verdacht, dass die Ereignisse der letzten 18 Monate die Governance des WEF verändert haben könnten. Seine Beschwerden müssten sich jedoch gegen konkrete Beschlüsse richten. Zur Zukunftssicherung fordert Schwab eine dauerhafte Verankerung des WEF in der Schweiz und die Übertragung des Grundstücks in Cologny an die Eidgenossenschaft. Das würde die Unabhängigkeit des Forums sichern, falls es nicht in die USA verlagert wird. Doch das WEF plant keine Schenkung an die Schweiz. Die ESA sieht eine solche Schenkung skeptisch, da sie das Gesamtvermögen erheblich mindern könnte. Das Grundstück ist mit 250 bis 300 Millionen Franken bewertet. Trotz wenig ermutigender Signale aus Bern, steht Schwab in Kontakt mit der Stiftungsaufsicht. Währenddessen herrscht zwischen dem WEF und seinem Gründer weiterhin Funkstille.