Am Freitag brachen die Aktien des Ticketverkäufers und Konzertveranstalters auf den niedrigsten Stand seit Herbst 2023 ein, hauptsächlich bedingt durch unscharfe Aussagen des neu ernannten Finanzchefs. Dies berichtet das digitale Finanzmagazin «The Market NZZ».
Bis zum Handelsschluss lag der Kurs fast 23 Prozent niedriger als am Vorabend, unter die Marke von 50 Euro gefallen. Diese Talfahrt markiert den tiefsten Stand seit dem Höchststand im Sommer 2025 bei 113 Euro – ein Rückgang um mehr als die Hälfte des Kurses.
Die Aktienrückgänge erfolgten nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2025 und einer Analystenkonferenz am Donnerstagabend. Als Marktführer im Online-Ticketverkauf für Konzerte, zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen Live Nation, profitiert CTS Eventim von einem Plattformgeschäft mit hohen Margen und wenig Wettbewerb.
Trotzdem gab es keine klaren Anzeichen für eine langfristige Gefährdung des Geschäftsmodells im Bericht. Allerdings enttäuschte das Jahresergebnis: Der Umsatz von 3,1 Milliarden Euro wuchs um 10 Prozent und übertraf die Bloomberg-Analystenprognose leicht um 100 Millionen Euro. Jedoch lag der Nettogewinn mit 277 Millionen Euro 13 Prozent unter dem Vorjahr und verfehlte die Prognose von 300 Millionen Euro. Zudem wurde die Dividende von 1,66 Euro auf 1,44 Euro pro Aktie gekürzt – eine Reduktion um 13 Prozent.
Finanzchef William Willms, im Amt seit wenigen Monaten, führt den schwachen Jahresüberschuss auf ein schlechteres Finanzergebnis zurück. Dieses lag rund 100 Millionen Euro unter dem Vorjahr, wobei Währungsveränderungen und wegfallende Sondereffekte maßgebliche Ursachen waren.
Trotz der enttäuschenden Zahlen ist das operative Geschäft laut Pressemitteilung weiterhin stark. Willms betonte in der Telefonkonferenz eine anhaltend hohe Nachfrage nach Live-Unterhaltung. Der Deutsche-Bank-Analyst Lars Vom Cleff sieht dennoch positive Aspekte im Jahresbericht, insbesondere bei Umsatz und Ebitda.
Die Aktienbewertung liegt mit dem 15-Fachen des für 2026 prognostizierten Nettogewinns auf einem Tiefpunkt seit über zehn Jahren. Analysten rechnen für die kommenden Jahre weiterhin mit zweistelligem Wachstum, obwohl die Prognosen für 2026 als unklar und vage kritisiert werden.
Die Unschärfe des Ausblicks stößt auf Kritik: Die JP-Morgan-Analystin Lara Simpson bezeichnete ihn als «mixed», während Annick Maas von Bernstein den CFO Willms mehrfach um präzisere Prognosen bat. Doch Willms verwies auf eine qualitative, zahlenfreie Guidance.
Die Kommunikation des neuen Finanzchefs wurde insbesondere bei Fragen zur Strategie und Konkurrenz durch Live Nation als unklar empfunden. Auch nachfragen zur künftigen Kapitalintensität blieben unbeantwortet.
Trotz dieser Herausforderungen sehe ich bei CTS Eventim auf dem aktuellen Aktienpreisniveau Chancen für Anleger und halte die Titel als Kaufgelegenheit. Doch der neue CFO muss seine Kommunikation rasch verbessern, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.