Seit letzter Woche hat die US-Armee ihre Luftangriffe entlang der Strasse von Hormuz verstärkt, um deren Blockade zu durchbrechen. Experten zufolge sind diese Anstrengungen wirksam, doch ein vollständiger Durchbruch bleibt aus. Die Revolutionswächter (IRGCN) erlitten schwere Verluste, darunter den Tod ihres Kommandanten Alireza Tangsiri und des Nachrichtendienstchefs bei einem US-Luftangriff in Bandar Abbas am Mittwochabend. Diese Truppen sind neben der regulären iranischen Armee für die Blockade verantwortlich.
Die IRGCN hat diese Taktiken seit Jahren geübt, insbesondere im Rahmen ihrer jährlichen Manöver «Grosser Prophet». Das letzte Manöver, «Grosser Prophet 19», fand im Januar 2025 statt. Videos zeigen spektakuläre Angriffe mit Torpedos und Spezialtruppen.
Die Planungen der IRGCN sind gut dokumentiert. David A. Levy und Eyal Pinko vom Begin-Sadat-Zentrum für Strategische Studien haben sich intensiv damit beschäftigt; beide verfügen über praktische Erfahrung in den USA bzw. Israel.
Die asymmetrische Konfrontation mit der US-Marine zielt darauf ab, die Amerikaner in den engen Gefechtsraum des Persischen Golfs zu locken, wo Iran seine Vorteile ausspielen kann: Schnellboote, Mini-U-Boote, Drohnen und Raketen.
Farzin Nadimi vom Washington Institute widerspricht der Ansicht, die Amerikaner seien unvorbereitet gewesen. Er meint, die politische Bedrohung könnte unterschätzt worden sein, was zu einem späteren militärischen Vorgehen führte.
Laut Levy und Pinko ist das US-Militär gut auf die Taktiken der IRGCN vorbereitet und vermeidet gezielt Gefechtsbedingungen, die den Iranern liegen. Nadimi bestätigt, dass solche Szenarien seit Jahren trainiert werden; Amerika operiert daher möglichst ausserhalb des Golfs.
General Dan Caine berichtete zuletzt von Einsätzen der A-10 Warthog gegen IRGCN-Schnellboote mit bunkerbrechenden Bomben zur Zerstörung iranischer Waffensysteme. Levy ist überzeugt, dass die Amerikaner Irans Strategie erheblich beeinträchtigen konnten; Nadimi glaubt jedoch, dass viele Fähigkeiten weiterhin bestehen.
Die IRGCN bleibt eine Gefahr, und es wird ein langes Vorgehen benötigt. Insbesondere die Minenräumung ist zeitaufwendig. Die stark befestigten Inseln im Persischen Golf stellen eine anhaltende Bedrohung dar. Donald Trump kündigte einen massiven Angriff auf die strategisch wichtige Insel Kharg am 13. März an, bei dem viele militärische Einrichtungen zerstört wurden.
Vollständige Kontrolle erfordert Bodentruppen; Medien berichten von der Ankunft von Marinesoldaten und möglicherweise Teilen der 82. Luftlandedivision zur Besetzung Khargs. Nadimi ist jedoch skeptisch, ob die USA solch riskante Operationen durchführen werden.