Pius Federer, ein Kandidat aus Oberegg im Kanton Appenzell Innerrhoden, hat sich erneut um einen Sitz in der Kantonsregierung beworben. Der Bezirk Oberegg ist geografisch von den übrigen Gebieten des Kantons abgetrennt und hat daher ein besonderes Interesse daran, in der Regierung vertreten zu sein. Bekannt war vor allem Carlo Schmid, der 29 Jahre lang für diesen Bezirk Mitglied in der Innerrhoder Regierung war und häufig als «König Carlo» bezeichnet wurde.
Seit einigen Jahren fehlt Oberegg jedoch eine Vertretung im Regierungsrat. Pius Federer, Unternehmer von 55 Jahren, könnte dieses Defizit beheben. Seine Wahl durch die Landsgemeinde Ende April gilt als wahrscheinlich, da er der einzige offizielle Kandidat ist. Jedoch bleibt das Rennen bis zur Versammlung offen; es können noch weitere Kandidaten vorgeschlagen werden.
Federer wird vom Kantonalen Gewerbeverband Appenzell Innerrhoden unterstützt und tritt für das Volkswirtschaftsdepartement an. Dies ist bereits seine zweite Kandidatur innerhalb eines Jahres, nachdem er sich im April 2025 bei den Ersatzwahlen dem Vorwurf des Frauenverhinderers ausgesetzt sah, als er gegen Angela Koller – die erste Frau in der Position des regierenden Landammanns – antrat.
Das Amt des regierenden Landammanns ist das höchste im Kanton und wird alle zwei Jahre mit dem stillstehenden Landammann ausgetauscht. Während der Landsgemeinde Ende April werden auch über bedeutende Sachgeschäfte entschieden, darunter ein neues Polizeigesetz zur Erweiterung der polizeilichen Befugnisse und die Einführung eines neuen Veloweg-Gesetzes, das vor allem wegen des Mountainbike-Verbots umstritten ist. Das Parlament hatte dieses Verbot knapp abgelehnt; nun liegt die Entscheidung bei der Landsgemeinde.