Seit Sommer 2025 galt an zentralen Orten wie dem Bahnhof Brugg, Neumarktplatz und Campusplatz Windisch ein Verbot für den Alkoholkonsum. Diese Regelung wurde eingeführt, um auf die Vermischung von Alkohol- und Suchtkranken zu reagieren und Unruhen zu verhindern, da sich die Bevölkerung unsicher fühlte.
Der Stadtrat Brugg hat nun entschieden, das Verbot per 31. März aufzuheben, nachdem es etwa acht Monate in Kraft war. Die Stadtverwaltung bestätigte gegenüber SRF eine positive Bilanz der Massnahme: Die Situation habe sich deutlich beruhigt. Neben dem Alkoholverbot trugen auch verstärkte Polizeikontrollen und Wegweisungen sowie ein temporäres Polizei-Aussenbüro auf einer Gewerbefläche beim Neumarktplatz zur Verbesserung der Sicherheit bei.
Die Stadt plant zudem die Einführung von Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Die Behörden führen an, dass eine Weiterführung des Verbots unter diesen Umständen nicht gerechtfertigt sei. Man habe weniger Personen festgestellt, die negativ auffallen würden, und auch grosse Gruppierungen seien seltener zu sehen, wie Stadtpräsidentin Barbara Horlacher betont.
Obwohl noch warme Sommer bevorstehen, plant man aktuell keine erneuten Alkoholverbote. Solche Massnahmen gelten als ultima ratio und hätten auch Unbeteiligte stark beeinträchtigt. Die Polizei habe die Lage mit Kontrollen und Wegweisungen unter Kontrolle gebracht.
Bereits länger diskutiert werden Pläne für einen Konsumraum und eine Gassenküche in Brugg. Seit dem 27. März betreibt die Katholische Kirche eine solche Küche bei der St.-Nikolaus-Kirche, finanziert durch Spenden.
Obwohl diese Massnahme in Brugg einmalig sei, gab es vergleichbare Alkoholverbote auch in anderen Orten wie Chur bis 2020 und Solothurn. Die Gemeinden Brugg und Windisch suchen weiterhin nach einem Standort für einen Konsumraum, erklärte Stadtschreiber Matthias Guggisberg.
Regional Diagonal, 31.3.2026, 16:30 Uhr