Im Juli 1969 stand die Welt mit gebanntem Blick vor dem Fernseher der ersten Mondlandung gegenüber. In dieser Sondersendung führte der damals 25-jährige Schweizer Bruno Stanek als Weltraumexperte im Studio des Schweizer Fernsehens durch den Abend. Die Übertragung lockte rund eine Million Menschen an, die zusammen mit Moderator Charles Raedersdorf zuschauten.
Stanek blieb auch später dem Fernsehen treu und war weiterhin als Weltraum-Experte aktiv. 1975/76 entwickelte er seine eigene, aus 16 Teilen bestehende Serie namens «Neues aus dem Weltraum» und kommentierte zu Beginn der 1980er Jahre die ersten Space-Shuttle-Missionen.
Nachdem Apollo 13 erfolgreich zur Erde zurückkehrte, gelang es Stanek, die beteiligten Astronauten für einen Studioauftritt in die Schweiz zu holen. Darüber hinaus kommentierte er für das Schweizer Fernsehen live aus Cape Canaveral, Florida, sowohl die letzten zwei Apollo-Mondmissionen als auch alle vier Flüge des Schweizer Astronauten Claude Nicollier.
In späteren Jahren nutzte der Mathematiker Stanek seine Programmierkenntnisse zur Entwicklung von Softwarelösungen für die Verwaltung in Arztpraxen und für Notfalldienstplanungen, bekannt als Ärztesoftware.
Während seiner fast sechzigjährigen Karriere hielt er annähernd 1300 Vorträge mit stets aktualisierten Informationen zu Weltraummissionen. Dabei behandelte er auch die Raumfahrten von SpaceX bis in seine letzten Lebensjahre hinein.
Bruno Stanek lebte seit 1980 in Arth im Kanton Schwyz und verstarb im Alter von 82 Jahren nach einem Jahr gesundheitlicher Abnahme. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Söhne, wie die Familie bekannt gibt.