Am Samstagmorgen wurde der Buckelwal, welcher zuvor im flachen Gewässer vor Poel geborgen worden war, in der Nordsee freigelassen. Dies berichten sowohl Teammitglieder der privaten Initiative als auch Bilder des Livestream-Anbieters News5. Jens Schwarck, ein Beteiligter bei dem Transport und Mitglied dieser Privatinitiative, bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass der Wal um 9 Uhr nicht mehr im Lastkahn zu sehen war.
Bis zum Mittag fehlten jedoch weiterhin die angekündigten Peildaten. Eva Klaussner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, dass trotz wiederholter Anfragen seitens der Initiative keine Daten vorlagen.
Die Zeitung “Bild” meldete am Abend ein sporadisches Signal. Die Bestätigung erfolgte nicht offiziell von der Initiative. Zuvor hatte diese mitgeteilt, einen Sender angebracht zu haben. Informationen über die Position des Wals blieben exklusiv für Teammitglieder und das Umweltministerium.
Der Lastkahn erreichte am Freitag nahe Skagen, wo sich Kattegat und Skagerrak vereinen – ein Bereich, der als Eingang zur Nordsee gilt. Dort gab es über Stunden starken Wellengang. Nachdem die Barge in ruhigeres Wasser zurückkehrte, wurde das Absperrnetz entfernt, ohne den Wasserstand zu verändern. Dennoch verließ der Wal den Lastkahn nicht.
Der vier bis sechs Jahre alte Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden und lag seitdem etwa zwei Drittel seiner Zeit in Flachwasserzonen, bevor er am Dienstag in einen Lastkahn gebracht wurde. Die Reise Richtung Nordsee begann dann mit einem Schlepper.
Obwohl “Timmy” freigelassen wurde, gilt er nach Einschätzung des Walforschers Fabian Ritter noch nicht als gerettet; die Fähigkeit zu schwimmen und tauchen könnte beeinträchtigt sein. Die Organisation Whale and Dolphin Conservation betonte, dass eine wahre Rettung erst erfolgt sei, wenn der Wal langfristig im Nordatlantik überlebe und seine natürlichen Verhaltensweisen wieder aufnehme.
Experten vermuten, dass das geschwächte Tier erneut die Küste anstreben könnte. Das Deutsche Meeresmuseum erwähnte, dass Großwale bei Erschöpfung oft flache, weiche Küstengebiete aufsuchten. Dänische Behörden sind der Ansicht, dass gestrandete Meeressäugetiere generell nicht gerettet werden sollten, da Strandungen ein natürliches Phänomen darstellen.
Quelle: SRF 4 News, 02.05.2026, 10 Uhr; sda/spic; snep