Die Schweiz steht vor möglichen Konsequenzen eines Abbruchs in Bezug auf die bestehenden Zahlungen für das Luftabwehrsystem Patriot. «Wir gehen davon aus, dass wir die Systeme erhalten werden», sagte Verteidigungsminister Pfister, fügte jedoch hinzu: «Die genaue Lieferzeit ist uns noch unbekannt». Derzeit verhandelt sein Departement mit den USA über alle Optionen, einschließlich eines möglichen Abbruchs, wobei die Konditionen noch unklar sind.
Nach Lieferverzögerungen hatte der Schweizer Bundesrat im Herbst einen Zahlungsstopp für das Patriot-System verhängt. Öffentlich wurde in den letzten Wochen bekannt, dass die Lieferung des Abwehrsystems weitere vier bis fünf Jahre dauern könnte.
Zudem bestätigte der Bund, dass die USA Zahlungen für F-35-Kampfjets auf das Konto von Patriot umgeleitet haben. Es handelt sich dabei um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Rüstungschef Urs Loher bezeichnete diese Entwicklung im Schweizer Radio SRF als «sehr unbefriedigend».
Dennoch betonte Loher, dass der Zahlungsstopp nicht wirkungslos war. Gleichzeitig führt das VBS Gespräche mit den USA fort. Die Machtverhältnisse in diesen Verhandlungen seien klar, so der Rüstungschef, jedoch sei der Ausgang ungewiss.
Am Mittwoch teilte der Bundesrat mit, dass Zahlungen für die Lieferung des Systems zur bodengestützten Luftverteidigung weiterhin zurückgehalten werden, bis von den USA verbindliche Liefertermine und Zahlungsmeilensteine vorliegen.
Das VBS plant, dem Bundesrat bis Ende Juni 2026 das weitere Vorgehen bei der Patriot-Beschaffung darzulegen. Gemäß einem Beschluss vom Anfang März prüft das Departement zudem die Option eines zweiten bodengestützten Luftabwehrsystems größerer Reichweite, das bevorzugt in Europa produziert werden soll.
SRF 4 News, 23.6.2026, 12:45 Uhr