Am Samstag schnitt Bundesrat Martin Pfister in Saillon im Wallis gemeinsam mit dem Gemeindepräsidenten von Blatten, Matthias Bellwald, Rebzweige. Diese symbolische Geste fand genau zehn Monate nach dem verheerenden Erdrutsch statt, der das Oberwalliser Dorf zerstört hatte.
Die drei Rebstöcke des kleinsten Weinbergs der Welt mussten aufgrund von Hitzeschäden im letzten Sommer Ende vergangenen Jahres ersetzt werden. Bundesrat Pfister schnitt die empfindlichen Jungpflanzen am späten Samstagnachmittag mit Hilfe der Winzerin Caroline Tramaux Rossier zurück.
Bellwald versorgte den Weinberg mit Wasser aus der Lonza, das in Blatten geschöpft wurde. Die Zeremonie diente dazu, an Blatten zu erinnern und dem Dorf symbolische Unterstützung zu bieten, da der Erlös aus dem Verkauf der 2025er Flaschen an die Gemeinde im Lötschental gespendet wird.
In seiner Rede erwähnte Pfister seine Kindheitserinnerungen am Rebberg seines Grossvaters. Er sprach auch über die beiden „Stürme“, die das Wallis in den letzten Monaten heimgesucht hatten: Blatten und Crans-Montana, und zeigte sich beeindruckt von der Solidarität, die im Kanton und in ganz der Schweiz nach diesen Katastrophen entstanden sei. Der Präsident des Walliser Staatsrats, Mathias Reynard, nahm ebenfalls an der Zeremonie teil.
Pfister und Bellwald beteiligten sich zudem am Ritual des Ortes: dem Niederlegen einer Blume vor der Skulptur „Là où fleurit la paix“, die den ehemaligen Schmuggler Joseph-Samuel Farinet darstellt, der sein Gewehr niedergelegt hat.