Seit den frühen Tagen der Vinylplatten bis hin zur Streaming-Ära hat Cher mit ihrer Musik Generationen berührt. Mit erstem Nummer-eins-Hit «I Got You Babe» im Alter von 19 Jahren, einem Oscar für «Moonstruck» (41 Jahre), einem Grammy für «Believe» (53 Jahre) und einem Emmy für «Cher: The Farewell Tour» (57 Jahre) hat sie zahlreiche Meilensteine gesetzt. Geboren wurde Cher am 20. Mai 1946, wie in ihrer Autobiografie «Cher» (Harper Collins, 2025) vermerkt ist: «im Zeichen des Stiers an der Schwelle zum Zwilling, also ist es, als wären wir zu dritt hier drin». Ihr offizieller Geburtsname lautet Cheryl Sarkisian.
Ihre Mutter, Georgia Holt, war eine Sängerin und Schauspielerin aus Arkansas, die in Serien wie «Gunsmoke» oder «I Love Lucy» auftrat. Der Vater, Johnnie Sarkisian, ein Betrüger mit Heroinsucht, verschwand oft spurlos. Die beiden heirateten jung – Georgia war 19, Johnnie 20 Jahre alt. Drei Monate später wurde sie schwanger und entschied sich trotz einer Abtreibungsversuch für das Kind.
Cher sagte einmal: «When I was younger, boys my age did not like me». Als junge Frau interessierten sich Jungen ihres Alters nicht für sie; im Gegenzug hatte sie als Erwachsene kein Interesse an Männern ihres Alters. Mit 16 traf sie den damals 27-jährigen Sänger Sonny Bono in einem Coffee-Shop, zog zu ihm und wurde von ihm gefördert. Gemeinsam produzierten sie Musik unter dem Namen Sonny & Cher, wobei «I Got You Babe» zum Durchbruch führte.
Sie wurden schnell Gesichter ihrer Generation, eroberten mit Fernsehshows und ausverkauften Konzerten die Welt. Doch Bonos Angst, Cher könnte ihn verlassen, nahm zu – was in Paranoia, Unberechenbarkeit und Untreue mündete. Ihre Ehe endete 1975.
Cher definierte sich neu: Mit einem dunklen Alt entwickelte sie sich von einer Entertainerin der Siebzigerjahre zur moderneren Solokünstlerin in den Achtzigern, während sie parallel auch als Schauspielerin Karriere machte. 1998 markierte «Believe», mit Autotune produziert, einen radikalen Neubeginn.
Ihre Songs sind oft einfach, aber effektiv: Beat, Hook und Refrain greifen ineinandergreifend ineinander – perfekte Begleiter für den Tag. Obwohl sie immer Schauspielerin werden wollte, war Hollywood lange an ihrer Stimme und ihrem Image interessiert. Erst in den frühen Achtzigerjahren gelang ihr der Übergang zur Schauspielerei.
1983 erhielt sie eine Oscar-Nominierung für «Silkwood» neben Meryl Streep, gewann 1985 den Darstellerpreis in Cannes für «Mask» und den Oscar als beste Hauptdarstellerin für «Moonstruck» im Jahr 1987. Ihre markanten Augenlider und Wangenknochen sind unverwechselbare Merkmale ihres Gesichts, das Amerika und die Welt seit über fünfzig Jahren bekannt ist.
Ihre Eingriffe haben Chers Aussehen verändert, doch ihre Unverwechselbarkeit bleibt. Sie mag nicht ewig jung bleiben können, aber Cher wird immer Cher sein.