Nach acht Jahren verabschiedet sich Christian Jott Jenny, der als Gemeindepräsident von St. Moritz fungierte, von seinem Amt. Bekannt für seine humorvolle und selbstironische Art, hat er das Nobelörtchen mit seiner unkonventionellen Herangehensweise geprägt. Während des Sechseläutens in Zürich zieht Jenny, gekleidet im markanten Samtanzug, die Aufmerksamkeit auf sich. Er tritt oft als Gast bei solchen Anlässen auf und erinnert an den amerikanischen Schauspieler Groucho Marx mit seiner Aussage: “Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnimmt.” Jenny selbst beschreibt sich gerne als Reisenden. St. Moritz hat für Jenny die größte Bühne seiner Karriere dargestellt. Ursprünglich aus Zürich stammend und nie politisch ambitioniert, entwickelte er sich zum prominentesten Gemeindepräsidenten der Schweiz. Als Parteiloser ohne politische Vorerfahrung gewann er die Wahl im Engadin mit dem Versprechen, das Dorf zu beleben – eine Aufgabe, die er mit einem Mix aus Humor und Hartnäckigkeit anging. Seine Amtszeit begann am 2. Januar 2019 und war von zahlreichen Herausforderungen geprägt, darunter ein Fest der reichsten indischen Dynastie, das massive Kritik hervorrief. Jenny bewies Geschick im Umgang mit der Situation, indem er die Einwohner in die Planung miteinbezog und öffentliche Zugänge ermöglichte. Seine unkonventionelle Art brachte ihm sowohl Anerkennung als auch Kritik ein. Während seine Bemühungen um den Tourismus und das Gemeindeleben gelobt wurden, wiesen einige Skeptiker auf mangelnde Seriosität hin. Jenny selbst betont jedoch, dass er sich nicht in jeden Detail verlieren wollte und die bestehende Verwaltung effektiv funktionierte. Nach acht prägenden Jahren zieht es ihn zurück nach Zürich, wo er seine künstlerischen Ambitionen weiterverfolgen möchte. Während Jenny St. Moritz als Präsident verlässt, bleibt sein Einfluss und Erbe im Engadin spürbar.