Der US-amerikanische Hersteller von Wirkstoffen, Corden Pharma, hat bekanntgegeben, dass das für den Standort Schweizerhalle vorgesehene Großvorhaben nicht weiterverfolgt wird. Ursprünglich hatte das Unternehmen vor einem Jahr die Errichtung eines neuen Produktionsgebäudes mit über 300 Arbeitsplätzen angekündigt.
CEO Michael Quirmbach hob damals gegenüber SRF hervor: “In Schweizerhalle bietet sich uns eine Infrastruktur, die ideal für großmaßstäbliche chemische Produktionen ist.” Zudem betonte er den Zugang zu qualifizierten Fachkräften in der Region mit starkem Life-Science-Cluster.
Trotz dieser positiven Aspekte hat sich Corden Pharma nun entschieden, das Projekt in Muttenz zurückzustellen. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte gegenüber AWP, dass eine strategische Überprüfung stattgefunden habe und andere Möglichkeiten geprüft werden. Diese Information folgt Berichten von CH-Media.
Trotz der Rücknahme des Projekts bleibt das Ziel bestehen, mit Peptiden einen Umsatz von über 1 Milliarde Euro zu erzielen. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, und Corden Pharma expandiert seine Kapazitäten global fortwährend aus. Peptide finden unter anderem Anwendung in Abnehmmedikamenten.
Die Schweiz und Europa behalten ihre Relevanz als wichtige Standorte für das Unternehmen. In der Region will Corden Pharma weiterhin investieren, um langfristiges Wachstum zu unterstützen, wobei Details zu zukünftigen Plänen noch folgen sollen.
Nach den ursprünglichen Planungen hätte der Bau des Werks im Jahr 2025 beginnen und die Produktion in der ersten Hälfte von 2028 starten sollen. Die Gemeinde Muttenz, in deren Gebiet sich das Areal befindet, zeigt sich enttäuscht über den Rückzug. Gemeindepräsidentin Franziska Stadelmann äußerte gegenüber SRF: “Es ist sehr bedauerlich. Wir haben uns auf die neuen Arbeitsplätze und zusätzlichen Steuereinnahmen gefreut.”
Die genauen Gründe für das Scheitern des Projekts wurden der Gemeinde nicht mitgeteilt. Ende Oktober teilte Corden Pharma lediglich mit, dass die Investitionspläne vorläufig ruhen würden. Seitdem deutet sich an, dass das Vorhaben wohl endgültig aufgegeben wird. Muttenz bleibt im Austausch mit dem Arealentwickler G-Tec, konkrete Hinweise auf eine Wiederaufnahme gibt es jedoch nicht.
Brancheninsider vermuten laut CH Media, dass die US-Zollpolitik den Entscheid beeinflusst haben könnte. 2025 hatte die US-Regierung hohe Zölle auf Schweizer Importe angekündigt. Im April 2026 wurden generelle Zölle von bis zu 100 Prozent auf patentgeschützte Medikamente und Wirkstoffe eingeführt; für Schweizer Exporte gilt ein reduzierter Satz von 15 Prozent, mit möglichen Ausnahmen bei entsprechenden Vereinbarungen.