Das Alpineum in Luzern verliert einen stillen, aber prägenden Mäzen. Daniel Hodel, ein zurückhaltender Luzerner Unternehmer, ist vor rund einem Monat gestorben. Trotz seiner Abneigung gegen das Rampenlicht hat er entscheidend zur Entwicklung dieses besonderen Ortes beigetragen, der sowohl Museum als auch Gastrobetrieb umfasst. Sein Vermächtnis und das seiner Familie leben in der Einrichtung weiter.
Das Alpineum, gelegen beim Löwendenkmal, ist einzigartig durch die Verbindung von Museum und Gastronomie. Hodel hat über Jahrzehnte hinweg als Eigentümer und Museumsdirektor dieses Erbe fortgeführt. Die Geschichte des Ortes reicht bis in das späte 19. Jahrhundert zurück, als Europa eine neue Faszination für die Alpen entwickelte. Diese führte zur Entstehung von Panoramen und Dioramen, frühe Formen der virtuellen Unterhaltung.
Ursprünglich wurde das markante Gebäude im neoklassizistischen Stil als Museum des nahegelegenen Löwendenkmals erbaut. Ernst Hodel senior, ein Landschaftsmaler aus dem Bernischen, erwarb das Gebäude 1895 und gestaltete es zu einem Alpendiorama um. Zusammen mit seinem Sohn entwickelte er beeindruckende Landschaftsdarstellungen, die den Betrachtern das Gefühl gaben, in der Natur zu stehen.
Nach dem Tod von Ernst Hodel junior im Jahr 1902 geriet das Museum in Vergessenheit und schloss nach einigen Jahren. Daniel Hodel belebte es 1993 wieder als vierte Generation seiner Familie. Obwohl das Museum allein nicht wirtschaftlich tragfähig war, entwickelte er den Ort weiter zu einem Restaurant mit Bar und Eventlocation. Ende letzten Jahres öffnete er das Diorama schließlich regelmäßig für die Öffentlichkeit.
Nach Hodels Tod wird der Betrieb durch ein junges Team fortgeführt, das seit Jahren zum Erfolg des Alpineums beiträgt. Julia Furrer vom Gastroteam betont, dass es wichtig sei, das Museum als Teil des Erbes zu erhalten. Die neu gegründete “Daniel E. Hodel”-Stiftung soll künftig das Haus bewahren und den Gastrobetrieb unterstützen.
Das Alpineum bleibt ein historischer Ort mit einer tiefen familiären Verbindung und einem bedeutenden Beitrag zur Geschichte des Alpentourismus, den Daniel Hodel leidenschaftlich gepflegt hat.