Im 20. Jahrhundert gab es in der Schweiz zahlreiche Hersteller für Schreibzeug, doch nur Caran d’Ache hat Bestand gefunden. Das Verschwinden seiner Konkurrenten zeigt, dass Innovation und Anpassungsfähigkeit entscheidend sind. 1916 erregte die Fabrique Genevoise de Crayons internationale Aufmerksamkeit, obwohl sie noch keine Schreibwaren produzierte. Die Vorstellung von Schweizer Bleistiften genügte, um Begeisterung zu entfachen. Aus dieser Firma ging acht Jahre später Caran d’Ache hervor – ein Symbol für Perfektion und Luxus, das Generationen prägte. Trotz der Zurückhaltung des Familienunternehmens bezüglich Geschäftsberichte hat sich Caran d’Ache in der Gesellschaft verankert. 2005 wurde der bekannte Minenhalter «Fixpencil» mit einer Briefmarke gewürdigt, und 2019 erschien das Buch «Die Caran d’Ache Saga», die höchste Anerkennung für das Unternehmen. Im Schatten von Caran d’Ache kämpften viele andere Hersteller ums Überleben. Ihre Geschichten sind weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl Block und Bleistift einst so wichtig waren wie heute Smartphones. Ein Beispiel ist Color Metal aus Zürich, das bis 1983 an der Üetlibergstrasse ansässig war und Aluminiumprodukte herstellte. Der «Color Metal Six» ähnelte dem berühmten «Fixpencil» von Caran d’Ache. Doch Caran d’Ache hatte den Markt bereits erobert, was Color Metals Ende nach sich zog. Auch die Minenhalter «Kadrill» aus Moutier und «Brac’s Permanento» aus Breitenbach blieben nur kurz im Geschäft. Firmen wie Freco, Tana, Signa oder Postala verschwanden ebenso schnell, überlagert von Caran d’Ache und Faber-Castell. Varius, ebenfalls in Zürich ansässig, versuchte sich mit einem Minenhalter zu etablieren. Der Slogan „Schweizer Erfindung, Schweizer Fabrikat“ half jedoch nicht gegenüber dem Erscheinungsbild des Produkts. Schulblätter waren die Schlachtfelder der Hersteller, die Lehrer mit Angeboten lockten. Die Firma Wärtli aus Aarau ist heute nur noch eine Fußnote in Firmengeschichten. Trotz Erwähnung neben Caran d’Ache war sie nicht selbst produzierend und verschwand 1978 nach dem Tod des Inhabers. Seit der Gründung von Caran d’Ache vor über einem Jahrhundert gab es keine anderen Bleistifthersteller mehr in der Schweiz. Die Genfer blieben innovativ, investierten kontinuierlich und meisterten den Balanceakt zwischen preiswerten und luxuriösen Produkten. Marketing war ein entscheidender Faktor für das Fortbestehen von Caran d’Ache.