Charles de Batz de Castelmore, Graf d’Artagnan, verstarb vor dreihundertfünfzig Jahren. Alexandre Dumas verwandelte ihn in eine Legende durch seine Romane. Doch die Bösewichte haben nicht immer recht: Rochefort, ein intrigierender Diener des mächtigen Kardinal Richelieu, triumphiert und verkündet stolz, dass man den Namen D’Artagnan nie wieder hören werde. Er irrt sich gewaltig, denn seit hundertachtzig Jahren steht der Musketier erneut auf – Wams fest gebunden, Stiefel poliert, Federhut im Wind. Archäologen in Maastricht hegen die Hoffnung, dass sie die sterblichen Überreste D’Artagnans gefunden haben. Die Nachfahren der mütterlichen Montesquiou-Linie könnten durch genetische Analysen seinen Ruhm posthum mehren und dem tapferen Kapitän der Musketiere seine verdiente Ehre erweisen. Am 14. März 1844 debütierte in «Le Siècle» der erste Teil von Dumas’ Roman «Die drei Musketiere», ein sofortiger Erfolg, der den Autor berühmt machte. In einer Zeit politischer Unruhen boten die Romane eine willkommene Flucht aus der Realität. Dumas’ Geschichten sind lebendig und fesselnd: Ihre Protagonisten, geprägt von menschlichen Fehlern und Tugenden, beweisen stets ihren unbeugsamen Geist. Besonders die Freundschaft steht im Zentrum – Einer für alle, alle für einen! D’Artagnan, auf seinem Pferd gen Paris reitend, trägt seine bescheidene Herkunft aus der Gascogne und den Rat seines Vaters bei sich. Der Historiker Jean-Christian Petitfils verfasste eine ausgezeichnete Biografie über ihn. Geboren um 1613 in Castelmore, trat Charles de Batz de Castelmore 1630 nach Paris, wo er später Musketier wurde. Unter Ludwig XIII., der oft von Richelieu beeinflusst wurde, diente er erfolgreich und avancierte zum Kurier geheimer Botschaften. Nach dem Tod Richelieus und des Königs löste Mazarin die Musketiere auf, doch erkannte schnell D’Artagnans Fähigkeiten. Als Kurier und Vertrauter der regierenden Anna von Österreich bewies er seine Bedeutung während der Fronde. In dieser Zeit rettete d’Artagnan Ludwig und Anna vor den rebellischen Massen – eine Tat, die ein lebenslanges Treueverhältnis begründete. In Dumas’ Romanen wird das Vertrauen Ludwigs XIV. hervorgehoben: «Leutnant, andere mögen vergesslich sein. Ich bin es nicht.» Als d’Artagnan 1673 im Krieg fiel, ehrte Ludwig ihn persönlich und sorgte für die Beerdigung. Der König schrieb seiner Gemahlin über das grosse Vertrauen, das er in D’Artagnan gesetzt hatte: «Madame, ich habe d’Artagnan verloren, in den ich das allergrösste Vertrauen hatte und der mich nie enttäuscht hat.»