Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, beschreibt die Kriminalität als «digitaler, internationaler, brutaler» geworden. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 zeigt einen Rückgang der angezeigten Straftaten um 5,6 Prozent auf insgesamt 5,5 Millionen Fälle, wie Innenminister Alexander Dobrindt am Montagmorgen bekannt gab. Ohne den Einfluss der Cannabis-Teillegalisierung wäre die Abnahme bei 4,7 Prozent geblieben.
Jedoch stieg die Zahl schwerer Verbrechen deutlich: Im Jahr 2025 wurden 2453 Morde und andere Tötungsdelikte verzeichnet, was einem Anstieg von 6,5 Prozent entspricht. Die erfassten Sexualstraftaten erhöhten sich um 8,5 Prozent auf 14.454 Fälle, möglicherweise weil mehr solcher Straftaten angezeigt werden als zuvor. Auch die Messerdelikte stiegen leicht um 0,8 Prozent auf 29.234 Fälle an.
Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl bleibt die Kriminalitätsbelastung hoch. Nach einem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2022 und 2023 ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, doch verglichen mit 2019 gab es immer noch eine Zunahme von 1,3 Prozent der Straftaten. Gewaltkriminalität stieg in diesem Zeitraum um 17,3 Prozent.
Auffällig ist auch die überproportionale Beteiligung ausländischer Tatverdächtiger an Kriminalitätsstatistiken: Die sogenannte Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) zeigt, dass nichtdeutsche Verdächtige mit einem Wert von 4788 deutlich höher sind als deutsche mit 1813 pro 100.000 Einwohner, selbst wenn ausländerrechtliche Verstöße herausgerechnet werden.
Das Bundeskriminalamt führt «gewaltlegitimierende Einstellungen» als wesentlichen Faktor an, die insbesondere in einigen Migrantengruppen verbreitet sind. Dieser kulturelle Aspekt wurde erstmals im aktuellen Bericht erwähnt, obwohl soziale und demografische Gründe ebenfalls genannt werden. Besonders betroffen scheinen Türken und Syrer zu sein, die 9,6 bzw. 9,3 Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen ausmachen.
Holger Münch präsentierte am Montag eine Dunkelfeldstudie für das Jahr 2024, die aufzeigt, dass in etwa 40 Prozent der Fälle keine Verdächtigen ermittelt wurden. Diese Studie beleuchtet auch, welches Verbrechen häufiger und weniger oft angezeigt wird sowie wie sich das Sicherheitsgefühl seit 2020 entwickelte. Viele Befragte fühlen sich in öffentlichen Orten nachts nicht sicher, wobei bei Cyberkriminalität nur selten Anzeige erstattet wird.
Die Zunahme von Online-Betrug zeigt ebenfalls eine Verschlechterung der Sicherheitslage. Münch betonte, dass die Kriminalität «digitaler, internationaler, brutaler» geworden sei und somit keine Entwarnung gegeben werden kann.