Inmitten der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran diskutieren 40 Staaten auf Initiative Großbritanniens eine mögliche Mission zur Sicherstellung der Seefahrt durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormuz. Während britischer Premierminister Keir Starmer betont, dass diplomatische Bemühungen Vorrang haben sollten, wird auch ein militärischer Einsatz in Betracht gezogen, um Handelsschiffe zu schützen und mögliche iranische Seeminen zu entfernen. Diese Gespräche unter den Militärvertretern der Staaten laufen bereits seit einer Woche. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bereitschaft für eine gemeinsame Mission in dieser Region bekundet, wobei er betont, dass ein robustes Mandat durch UNO, Nato oder EU sowie eine anhaltende Waffenruhe erforderlich wäre. Deutschland könnte bei einer solchen Operation insbesondere durch seine Fregatten und Minenjagdexpertise beitragen. Für einen Schutz vor einem Entminungseinsatz wären nach Ansicht von Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit, zehn bis zwölf Fregatten notwendig. Dazu gehören auch solche mit der Kapazität zur Abwehr von Drohnen und Raketen. Deutschland verfügt über drei Fregatten der Sachsen-Klasse, darunter die „Hessen“, die 2024 im Roten Meer erfolgreich gegen Drohnen und Flugkörper kämpfte. Die Sachsen-Klasse kann mit ihrem Radar mehr als 1000 Ziele gleichzeitig erfassen. Die Frage des Munitionsnachschubs bleibt jedoch entscheidend, da eine Mission auf starke Partner angewiesen sein würde. Ein weiterer Bereich, in dem Deutschland führend ist, ist die Seeminenräumung. Bundeskanzler Merz erwähnte im März, dass Deutschland sich an einer Minenräummission beteiligen könnte, falls Iran solche Minen verlegt hätte. Die Deutsche Marine gilt als erfahren im Umgang mit Seeminen. Diese werden aktiviert durch Magnetströme, Geräusche und Druck von Schiffen. Die zehn deutschen Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse sind „signaturarm“ konzipiert, um den Detektoren dieser Kampfmittel zu entgehen. Zudem setzt Deutschland auf Technologien wie die Unterwasserdrohne „Seefuchs“ und das ferngesteuerte Bootssystem „Troika“, um Minen zu lokalisieren und zu neutralisieren. Kapitänleutnant Pascal, ein erfahrener Minentaucher der Marine, betont dennoch die Bedeutung menschlicher Interventionsfähigkeiten. Drohnen können bei Manipulationen an einer Mine oder unter schlechten Sichtverhältnissen nicht immer ausreichend sein; hier ist der Taucher überlegen. Die Deutsche Marine verfügt über umfangreiche Erfahrung in Minenräumoperationen, wie bereits nach dem zweiten Golfkrieg im Persischen Golf. Die kontinuierliche Teilnahme am Entminungseinsatz im Mittelmeer und Nordostatlantik sowie die vorhandenen Seeminenbestände in deutschen Gewässern zeigen die Expertise der Marine auf. Ein Einsatz in Hormuz würde nicht nur technische Minentauchfähigkeiten erfordern, sondern auch militärischen Schutz bieten müssen. Die angespannte Lage könnte jederzeit eskalieren, sodass eine sorgfältige Planung einer multinationalen Mission und die Gewährleistung eines schnellen Munitionsnachschubs entscheidend sind. Deutschland ist in der Lage, einen bedeutenden Beitrag zu leisten.