Trotz der hohen Lebensqualität in der Schweiz zeigt ein Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan), dass psychische Belastungen weit verbreitet sind. Bis zu 40 Prozent der Menschen erleben im Laufe ihres Lebens eine Depression, was dazu führt, dass viele nach radikalen Abwechslungen suchen. Unter ihnen waren sechs Prominente, die an der ‘Shaolin Challenge’ teilnahmen und neun Tage in einem Shaolin-Tempel in Südkorea verbrachten, um ihren Kopf neu zu sortieren.
Schwingerkönig Nöldi Forrer kehrte kurz nach dem Aufenthalt schnell in seinen Alltag zurück. Die Auszeit schien fast vergessen. Im Gegensatz dazu fühlte sich Snowboarder und Musiker Pat Burgener nach der Challenge grundlegend verändert.
Pat Burgeners Selbstbild war vorher stark festgelegt: Er sah sich selbst als langhaarigen Musiker, was er nun als Begrenzung erkennt. Im Tempel begann ein Loslösungsprozess von Erwartungen und äußeren Zuschreibungen. “Identität ist auch eine Limitation”, so Pat. “Loslassen, was andere von dir erwarten – das hat mir extrem geholfen.”
Nach seiner Rückkehr spürt er einen nachhaltigen Wandel: Sein Musikstil wurde persönlicher und ehrlicher, näher an seiner eigenen Wahrheit. Im Sport zeigten sich ebenfalls Verbesserungen wie bessere Leistungen durch ein verändertes Mindset.
Nöldi Forrer fand das strikte Programm körperlich sehr herausfordernd und empfand es als Belastung, nicht als Reset. Das Essen, bestehend aus zweimal täglichem Reis, stresste ihn enorm. Nach seiner Rückkehr aß er lange Zeit keinen Reis mehr.
Zuhause führte die harte Erfahrung dazu, dass Nöldi wieder mehr Sport trieb, doch die positiven Effekte ließen im Alltag schnell nach. Dennoch blieben einige Erinnerungen haften: das Durchhalten als Gruppe und das Beton mit der Hand zerschlagen zu können.
Radio SRF 1, 3.4.2026, 17:30 Uhr