Die Schweizer Filmbranche präsentiert momentan drei bemerkenswerte biografische Dokumentarfilme, die sich mit den Lebensläufen von Barbara Buser, Kurt Hirschfeld und Walter Lietha beschäftigen. Obwohl ihre Biographien kaum Gemeinsamkeiten aufweisen, verbindet sie eine gemeinsame Vision für die Zukunft.
Das Schauspielhaus Zürich, einst ein Widerstandszentrum gegen den Faschismus in Europa und bekannt durch Bertolt Brecht oder Therese Giehse, verdankt seinen Ruhm auch einem deutschen Juden: Regisseur und Dramaturg Kurt Hirschfeld (1902-1964). Trotz seiner bedeutenden Rolle geriet er nach seinem Tod 1964 nahezu in Vergessenheit. Der Dokumentarfilm von Stina Werenfels und Samir beleuchtet sein Leben eindrucksvoll, indem er sowohl nostalgische als auch erschreckende Momente der Nazizeit einfängt. Seine Tochter Ruth teilt Erinnerungen an das Schauspielhaus, wo ihr Vater fast ständig präsent war.
Der Film “Hirschfeld. Unbekannter Bekannter” wird am 26. März in den Deutschschweizer Kinos gezeigt und wirft ein neues Licht auf die Geschichte des Theatergründers.
Barbara Buser, eine renommierte Basler Architektin, ist bekannt dafür, Gebäude vor dem Abriss zu retten und diese mit recyceltem Material neu zu gestalten. Ihr Lebensmotto “Es gibt keinen Abfall” entstand während eines Aufenthalts in Tansania und prägt ihr Schaffen. Der Film beginnt auf der Baustelle des Franck-Areals in Basel, wo sie ihre Visionen umsetzt. Mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet, ist Buser eine gefragte Expertin für nachhaltige Projekte.
Der Dokumentarfilm “Barbara Buser. Pionierin der Nachhaltigkeit” kommt am 16. April in die Deutschschweizer Kinos und zeigt ihre inspirierende Arbeit.
Ein weiterer Film widmet sich Walter Lietha, einem vielseitigen Schweizer Musiker, der im Jahr 2025 mit dem Bündner Kulturpreis geehrt wurde. Bei einem Konzert in Altdorf treten namhafte Musiker wie Corin Curschellas und Sophie Hunger auf, die von Stefan Haupt porträtiert werden. Der Film ist mehr als eine nostalgische Hommage; er untersucht Liethas Einfluss sowohl damals als auch heute.
“Walter Lietha. Drum sing i grad drum” wird ebenfalls am 16. April in den Deutschschweizer Kinos starten.
Dieser Artikel von Nina Kobelt wurde mit Unterstützung der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung erstellt.