Die charakteristische Kleidung der britischen Königin mit ihren auffälligen Mantelkleidern in kräftigen Farben, dem passenden Hut, Handschuhen und einer schwarzen Handtasche hat den Begriff «trademark look» bereits vor dessen Popularisierung in der Mode etabliert. Diese Kleiderwahl ermöglicht es ihr, sich stets deutlich von der Menge abzuheben und mit ihrer Handtaschenhaltung sogar Signale an ihre Begleitung zu senden. Ihr einzigartiger Stil steht für Beständigkeit und Vorhersehbarkeit – Werte, die Königin Elizabeth ihr ganzes Leben lang hochgehalten hat.
Diese Prinzipien wurzeln in der Überzeugung von Elizabeths Grossvater, König George V., dass Bescheidenheit, Demut und Pflichtgefühl die britische Monarchie prägen sollten. Diese Werte sah er als Grundlage dafür an, dass das königliche Privileg zum Wohle der Bevölkerung eingesetzt wird.
Als ihr ältester Bruder Edward VIII. beschloss, die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten und daraufhin auf die Krone verzichtete, wurde Elizabeths Vater König. Zu diesem Zeitpunkt war Elizabeth zehn Jahre alt, und ihre Familie stand plötzlich noch mehr im Rampenlicht. Schon früh förderte ihr Mutter, später bekannt als «Queen Mum», die Medienpräsenz ihrer Töchter. Elizabeth wurde bereits kurz nach ihrer Geburt am 21. April 1926 zum weltweit bekannten Baby.
Ihre erste Radioansprache hielt sie mit 14 Jahren während des Zweiten Weltkriegs, um Kindern in Gastfamilien Mut zu machen. Als junge Erwachsene absolvierte Elizabeth eine Ausbildung zur Automechanikerin und lernte Lastwagen zu fahren, um zum Kriegseinsatz beizutragen.
1947 heiratete Prinzessin Elizabeth Prinz Philip von Griechenland und Dänemark. Als sie während eines Aufenthalts in Kenia vom Tod ihres Vaters erfuhr, wurde ihre Hoffnung auf eine Thronfolge für einen Bruder Wirklichkeit. Am 2. Juni 1953 krönte sie sich zur Königin im Westminster Abbey vor 300 Millionen Zuschauern und leitete ein Imperium von Kanada bis Australien.
Während ihrer 70-jährigen Regentschaft nahm sie häufig eine Vorreiterrolle ein, insbesondere bei Staatsbesuchen. Prinz Philip unterstützte sie dabei stets, indem er sagte: «Ich bin einfach da». Die Königin führte ihre Aufgaben mit Hingabe aus, blieb aber politisch neutral.
Ihre Handlungen und Kleidungsentscheidungen geben oft Anlass zu Spekulationen. So wählte sie nach dem Brexit-Entscheid 2017 einen Hut in den EU-Farben, und 2019 trug sie eine Brosche, die ihr Barack und Michelle Obama geschenkt hatten.
Queen Elizabeth erlebte während ihrer Amtszeit einzigartige Ereignisse: Sie traf 13 US-Präsidenten, besuchte 110 Länder und umrundete die Erde insgesamt 42-mal. Ihr Lebensmotto lautet «Never complain, never explain», welches sie auch in schwierigen Zeiten befolgte.
Das Jahr 1992 erlebte sie als besonders herausfordernd, geprägt von familiären Krisen und Skandalen. Trotz Kritik blieb sie distanziert und protokollgerecht. Eine humorvolle Seite zeigte sie während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London mit einem Fallschirmsprung aus dem Helikopter.
Dieser Schritt unterstrich ihre Botschaft: Auch nach harten Zeiten kommen bessere Tage.