Daniel Model, ein Thurgauer Geschäftsmann, ist für viele eine umstrittene Figur, erhielt in Österreich sogar wegen Staatsgefährdung eine Millionenzahlung. Dennoch baut er beharrlich an seinem mystisch-libertären Projekt Avalon weiter. Im März 2006, während eines Auftritts beim kantonalen Gemeindeverband des Kantons Thurgau, rief Model unerwartet den Austritt aus der Schweiz aus und verkündete die Gründung seines eigenen Staates Avalon. Die Reaktion im Saal war eine erstaunliche Stille. Die Erinnerungen an diesen Moment sind Daniel Model präsent: Der neu gewählte Regierungsrat Jakob Stark, dem Model Wein überreichen wollte, zögerte und lehnte den Handschlag ab, da sie nun nicht mehr denselben Staat teilten. Die anschließende Übergabe der Weinflasche bleibt umstritten. Model begann 2009 mit dem Bau des Avalon-Zentrums in Müllheim, Thurgau. Dieses Gebäude vereint Elemente eines Regierungspalastes, Tempels und Opernhauses, reich an religiösen und mystischen Symbolen. Die Architektur, geprägt von massiven Sandsteinwänden und einem Granitfundament, soll Schutz vor staatlicher Übergriffigkeit bieten. Im Innenhof des Modelhofs, so der Name des Gebäudes, steht eine Statue des Erzengels Michael, ein Symbol für den Kampf gegen das Böse. Die Kombination aus Katholizismus, Freimaurertum und weiteren spirituellen Elementen spiegelt Models vielfältige Einflüsse wider. Trotz der symbolischen Bedeutung verfolgt Model eine klare Utopie: einen Staat, in dem Bürger ohne Bürokratie eigenverantwortlich handeln. Er kritisiert die bestehende Demokratie und sieht sie als Instrument zur Manipulation von Minderheiten. Model lebt seine Vision durch Kunst und Kultur im Modelhof aus, wo regelmäßig Opernaufführungen stattfinden. Der Bau wurde nicht von einem Architekten, sondern vom Bildhauer Urs Strähl entworfen. Kritiker werfen ihm vor, Avalon als Mittel zur Steuerflucht zu nutzen. Tatsächlich zog er 2014 nach Liechtenstein um, das keine Vermögenssteuern kennt, und bezeichnete die Besteuerung in der Schweiz als Enteignung. Nachdem Model einer österreichischen Organisation Gastrecht gewährt hatte, wurde er dort wegen staatsfeindlicher Verbindungen zu einer Geldstrafe verurteilt. Er sieht dies als Skandalurteil und lobt die Schweizer Justiz für ihre Langsamkeit im Vergleich zum österreichischen System. Obwohl Model ideologische Überschneidungen mit Staatsverweigerern hat, arbeitet er weiterhin mit dem Staat zusammen. Der Verpackungsunternehmer plant, sich von seiner Führungsrolle zurückzuziehen und sich stärker Avalon zu widmen. Die Idee, einen neuen Staat zu gründen, ist bei vielen auf Interesse gestoßen, doch Model hat bisher Zeit gefunden, seine Unternehmensverantwortung voranzustellen. Er bleibt jedoch optimistisch bezüglich der zukünftigen Entwicklung seines Projekts, einschließlich möglicher Friedensgespräche in seinem Festsaal.