Von Hana Fink
Einerseits neugierig, andererseits besorgt – rund 100 Einwohner von Emmen füllen den Saal der Konferenzräume im Restaurant Prélude. Sie wollen wissen, wie sich die Ankunft des neuen US-Kampfjets F-35A auf ihren Alltag auswirken wird und wie sie dagegen vorgehen können. Der Schutzverband Emmen organisiert den Abend, um konkrete Argumente für Einsprachen zu liefern.
Viele der Anwesenden sind älter, einige bringen Notizbücher mit, während andere nur skeptische Blicke austauschen. Sie möchten verstehen, was die Einführung des F-35A in ihrem Wohngebiet bedeutet.
Der Präsident des Schutzverbandes Emmen, Peter Lerch, beginnt seine Rede mit einer Erklärung über Lärmmessungen. Ein Schallpegelmesser misst Druckschwankungen in der Luft und wird in Dezibel gemessen. Diese kleinen Zahlen können erhebliche Auswirkungen haben: Eine Drei-Dezibel-Zunahme bedeutet eine Verdoppelung des Schalldrucks.
Lerch verdeutlicht, dass der F-35A um drei Dezibel lauter ist als die aktuellen F/A-18 Jets. Im Alltag wird ein Lautstärkeunterschied erst bei zehn Dezibel als doppelt so laut empfunden; doch selbst drei Dezibel sind deutlich wahrnehmbar, entgegen der offiziellen Beschreibung des Bundes.
Lerch spricht auch den Nachbrenner an: Er erhöht die Lautstärke erheblich. Ein F-35A mit aktiviertem Nachbrenner ist laut einer Tabelle deutlich lauter als ein Tiger-Jet (F-5), was zu einer zusätzlichen Belastung von 200 Prozentpunkten führt.
Die Diskussion geht zur Lärmschutzverordnung über. Lerch erklärt, dass Militärflugplätze höhere Grenzwerte haben und bei der Berechnung acht Dezibel abgezogen werden, was zu einem großzügigeren Umgang mit dem Fluglärm führt.
Ein Gesundheitsaspekt wird ebenfalls thematisiert. Die SiRene-Studie des Bundes weist auf gesundheitliche Risiken durch zusätzlichen Lärm hin, einschließlich erhöhtem Sterberisiko bei zehn Dezibel mehr Fluglärm.
Eine Mutter im Publikum fragt nach der Vertretung der Interessen von Kindern in Schulen und Kitas. Lerch zeigt Karten mit Gebieten, die trotz hoher Belastung keinen Lärmschutz erhalten könnten.
Die Stimmung wird unruhig, als das Mitwirkungsverfahren erörtert wird: Bis zum 17. Juni können Einsprachen eingereicht werden. Der Schutzverband bietet Unterstützung an und stellt sogar Lärmmessgeräte zur Verfügung.
Ein Mann brüllt ins Mikrofon, dass die Folgen wie Tinnitus unvermeidlich sind: “Das wird eine Katastrophe für Emmen!” Die Diskussion vertieft sich in rechtliche Details und komplizierte Pläne. Eine Dame signalisiert ihren Unmut mit einem leisen Flüstern an ihren Mann und verlässt den Raum.
Verwendete Quellen:
Augenschein vor Ort, Lärmschutzverordnung des Bundes, Bericht im SRF, Grenzwerte Lärm des Bundes, SiRene-Studie, Website öffentliche Planauflage des Objektblatts, zentralplus-Medienarchiv.