Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran wirft ein grelles Licht auf die Abhängigkeitsprobleme Deutschlands. Während der Nahostkonflikt sich ausbreitet, geraten Tanker im Persischen Golf ins Stocken und Berlin wird klar: Die eigene Souveränität ist weit entfernt, besonders in Bezug auf Energie- und Technologieautonomie – Begriffe, die oft nur in Talkshows glänzen.
Zunächst zur Energieversorgung. Lange Zeit lebte Deutschlands Industrie von günstigem russischem Gas, das nun politisch nicht mehr erwünscht ist. Amerikanisches und norwegisches Gas sowie Öl aus verschiedenen Quellen wie der Nordsee und dem Nahen Osten sind die neuen Bezugsquellen, während Deutschland kaum eigene Rohstoffe fördert.
Die technologische Zukunft zeigt ähnliche Abhängigkeiten: Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz stammen überwiegend aus den USA und Asien. Der deutsche Diskurs konzentriert sich auf Regulierung, während die eigentlichen Technologiekomponenten im Ausland produziert werden.
Rohstoffe für moderne Elektronik und Energieerzeugung wie seltene Erden, Lithium oder Kobalt kommen aus China, Australien und Afrika. Auch bei Medikamenten ist Deutschland auf Importe aus Indien und China angewiesen.
Diese globalisierte Lieferkette bedeutet tiefgreifende Abhängigkeiten. Die deutsche Wirtschaft war eine gut funktionierende Maschine mit weltweit bezogenen Komponenten, solange die Welt stabil blieb. Doch derzeit zerstören Schulden, Epidemien und Kriege dieses Modell.
Eine Ressource bleibt Deutschland dennoch: das eigene Potenzial an Ingenieurskunst, Präzision und Kreativität. Diese Fähigkeiten ermöglichen es, komplexe Technologien zu entwickeln. Es wäre klug, diese intellektuelle Kapazität nun verstärkt einzusetzen.