Der aktuelle Konflikt im Iran beeinflusst den Ölpreis stark und betrifft die Großmächte unterschiedlich. Peking mildert geschickt negative Auswirkungen, während Europa besonders anfällig ist. Die Blockade der Straße von Hormuz zeigt die fortwährende globale Bedeutung von Erdöl. Trotz dreißig Jahren Bemühungen um alternative Energiequellen sind fossile Brennstoffe immer noch dominant.
Präsident Trump steht unter Druck, nachdem er eine Drohung gegen den zivilen Energiesektor im Iran zurückgenommen hat. Die Marktturbulenzen in Asien und Europa führten zu einer Umkehr seiner Politik, um vor wichtigen Wahlen keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu riskieren.
Trump hatte ehrgeizige Pläne zur amerikanischen Energieselbstversorgung propagiert, doch die steigenden Benzinpreise und Kritik im Inland zwingen ihn nun zum Umdenken. Die USA sind zwar Nettoexporteure von Rohöl, können sich jedoch nicht vollständig gegenüber den Weltmarktpreisen abschotten.
Trump hatte unter seiner Amtszeit eine aggressive Ausweitung der Öl- und Gasförderung vorangetrieben, aber die Abhängigkeit vom einzigen Energieträger zeigt ihre Grenzen. Hätte die Elektrifizierung des Verkehrs stärker zugenommen, wäre Trumps politischer Spielraum größer.
Neben den USA verfolgt auch China eine Strategie zur Energievormachtstellung, konzentriert sich jedoch auf erneuerbare Energien. Peking ist zum führenden Anbieter von Wind- und Solartechnologie aufgestiegen. Mit der Elektrifizierung der Infrastruktur will China seine Abhängigkeit vom Erdölimport verringern.
Der Ausbau von Solar- und Windenergie zeigt beeindruckende Wachstumsraten, doch auch Chinas Energieverbrauch wird weiterhin stark durch Kohle geprägt. Trotz großer Anstrengungen bleibt China abhängig von importiertem Erdöl und Erdgas.
Im Vergleich zu den USA erscheint Chinas diversifizierte Energiestrategie weitsichtiger, insbesondere im Hinblick auf Klimaneutralität. Beide Großmächte bleiben jedoch voneinander abhängig.
Europa strebt danach, beim Klimaschutz global führend zu sein, hat die eigene Rohstoffförderung aber reduziert und setzt stark auf erneuerbare Energien. Die hohen Kosten der europäischen Klimapolitik werden jedoch kritisch diskutiert.
Die Energieunabhängigkeit bleibt für Europa ein unerreichbares Ziel, da es weiterhin von Importen abhängig ist und vom Ausbau erneuerbarer Energien auf China angewiesen bleibt. Die Blockade im Nahen Osten hat die Abhängigkeit Europas von globalen Energiemärkten unterstrichen.