Ein beschädigter Flüssigerdgastanker driftet weiterhin nordöstlich von Bengasi im Mittelmeer. Bei einem erneuten Versuch, das Schiff am Mittwoch abzuschleppen, wurde ein Abschleppkabel durch schlechte Wetterbedingungen zerrissen, wie die libysche Hafen- und Seefahrtsbehörde in Tripolis mitteilte. Seitdem driftet der 277 Meter lange Tanker wieder frei auf See. Er ist vollständig außer Kontrolle.
Die Situation bleibt kritisch: An Bord befinden sich erhebliche Mengen Flüssiggas sowie mehrere hundert Tonnen Treibstoff. Sollte es zu Beschädigungen am Rumpf oder Gasaustritt kommen, droht eine Umweltkatastrophe im Mittelmeer. Behörden warnen Schiffe in der Gegend, einen Mindestabstand von fünf Seemeilen einzuhalten und jegliche Anzeichen für Gasgeruch, Rauchentwicklung oder Veränderungen am Schiff umgehend zu melden.
Der Tanker driftet seit März führerlos im Mittelmeer. Nach Explosionen geriet er vor Libyens Küste in Brand. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben; Kiew hat sich dazu nicht geäußert. Die 30-köpfige Besatzung konnte gerettet werden.
Bereits Anfang April hatte ein Versuch, den Tanker zur Küste zu ziehen, fehlgeschlagen, nachdem eine von der National Oil Corporation Libyens beauftragte Spezialfirma aufgrund rauer See abgebrochen hatte. Dies ist bereits die zweite misslungene Abschleppaktion innerhalb weniger Wochen.
SRF4 News, 23.04.2026, 13:30 Uhr