Die internationale Stärke der Schweizer Curling-Nationalmannschaft wird durch die jüngsten Erfolge unterstrichen. Bei der Weltmeisterschaft in den USA verpasste das Team um Skip Marco Hösli knapp das Halbfinale und verlor gegen die USA im Zusatzend mit 8:9. Trotz des Ausscheidens zeigte sich die Mannschaft stark, da sie als Nummer 18 der Weltrangliste ins Turnier ging und neun von zwölf Spielen gewann. Schweden eroberte den Titel vor Kanada und Schottland.
Nur zwei Wochen zuvor errangen die Schweizerinnen unter Skip Xenia Schwaller überraschend Gold bei der WM in Calgary, indem sie das gastgebende Team Kanada mit 7:5 besiegten. Die erstmalige Teilnahme am Finale einer WM und der Gewinn des ersten Titels durch Debütantinnen im Alter von nur 22,5 Jahren war ein bemerkenswerter Erfolg.
Die Schweiz, traditionell eine Power im Curling, erlebt momentan einen Höhepunkt mit den Medaillengewinnen von Silvana Tirinzonis Team bei Olympia (Silber), Yannick Schwallers Team (Bronze) und dem fünften Platz des Teams Hösli. Claudio Pescia, Sportchef beim Verband Swiss Curling, führt die Erfolge auf eine starke interne Konkurrenz zurück, während Xenia Schwaller den Eigeninitiative der Teams hervorhebt.
Die Infrastruktur unterstützt das Curling in der Schweiz mit über 40 Eishallen und mehreren Leistungszentren. Laut Pescia ist ein aufopferndes Commitment entscheidend, wobei die Autonomie der Teams beeindruckt.
Alina Pätz von Tirinzonis Team äußert jedoch Kritik an der mangelnden Wertschätzung seitens des Verbands. Sie fordert mehr Professionalität und Anerkennung, insbesondere nach wiederholten Erfolgen wie dem Gewinn des Grand-Slam-Finals.
Xenia Schwaller und ihr Team sind auch in Kanada aktiv, wo sie an der Rock League teilnehmen können, einer professionellen Liga, die von der Curling Group organisiert wird. Diese Beteiligungen bieten Möglichkeiten zum Geldverdienen und zur internationalen Vernetzung.
Die Erfolge des Teams Schwaller haben eine familiäre Wurzel: Xenia Schwaller stammt aus einer Curling-Familie, wobei ihr Vater Andreas als Trainer fungiert. Ihre Teamkolleginnen Selina Gafner, Fabienne Rieder und Selina Rychiger aus Matten bei Interlaken ergänzen das erfolgreiche Quartett.
Die Unterstützung durch den Verband umfasst seit der Juniorenzeit zahlreiche Förderbeiträge und die Übernahme von Kosten für WM-Teilnahmen. Nationalcoach Thomas Lips betont, dass Swiss Curling als Dienstleister fungiert, ähnlich anderen Sportverbänden, wobei die Athleten in Schottland beispielsweise vom Verband beschäftigt werden.
Lips hebt hervor, dass Swiss Curling durch die Bereitstellung von Informationen und organisatorischer Unterstützung entscheidend zur Vorbereitung der Teams auf internationale Wettkämpfe beiträgt. Die Athleten profitieren auch von der Möglichkeit, Swiss-Olympic-Karten zu beantragen und an Programmen wie der Spitzensport-RS teilzunehmen.