Die Europäer, insbesondere Deutschland, stehen vor der Herausforderung, die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen des Konflikts mit dem Iran zu bewältigen. Die USA haben ihren militärischen Einsatz gegen den Iran beendet, doch für Europa beginnt nun eine schwierige Phase. US-Präsident Donald Trump verkündet einen ‘grossen Sieg’, obwohl die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Konsequenzen vor allem die europäischen Nato-Staaten treffen werden. Trump erwägt sogar den Austritt aus der Nato, was auch Deutschland schaden würde, da dessen Wirtschaftsaussichten bereits katastrophal sind.
Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz betonte: «Das ist nicht unser Krieg». Die Europäer wurden über die Operation im Vorfeld nicht informiert und könnten nicht sofort einen Flottenverband in die Strasse von Hormuz entsenden. Dennoch sind sie mit den Auswirkungen des Konflikts konfrontiert: gestiegene Treibstoffpreise, höhere Produktions- und Transportkosten sowie zusätzlicher Inflationsdruck verschlechtern die ohnehin schwache Wirtschaft.
Iranische Verbündete wie China könnten ohne Maut ihr Öl durch Hormuz transportieren. EU-Schiffe, die gegen den Iran Sanktionen verhängt hatten, droht die Verweigerung der Durchfahrt. Wenn Teheran diese Drohung wahr macht, wäre Europa auf sich allein gestellt. Eine europäische Soft-Power-Offensive dürfte beim geschwächten und radikalisierten Regime keinen Eindruck hinterlassen.
Friedrich Merz verfolgt einen Zickzackkurs: Er will strategische Eigenständigkeit aus Trumps Unberechenbarkeit ableiten, gleichzeitig aber das Bündnis mit Washington nicht gefährden. Merz unterstützte die Angriffe auf Iran rhetorisch, distanzierte sich dann jedoch. Frankreich hat unter Präsident Emmanuel Macron angekündigt, an einer Mission im Persischen Golf zu arbeiten, während Deutschland widersprüchlich reagiert.
Ein europäischer Einsatz zur Entminung der Strasse von Hormuz und zum Schutz von Handelsschiffen wird immer dringlicher. Solche Operationen erfordern Planung, Ressourcen und könnten Menschenleben kosten. Es geht nicht um einen Krieg gegen Iran, sondern darum, globale Rezessionen zu vermeiden.
Die regelbasierte Weltordnung ist passé; die Welt wird zunehmend zum Dschungel, in dem das Recht des Stärkeren gilt. Deutschland und seine Verbündeten müssen sich darauf einstellen, ihre Sicherheit selbst zu gewährleisten. Die Idee einer «Soft-Power-Weltmacht» ist überholt; es geht um wirtschaftliche Zukunft und Kontinental-Sicherheit.
Europäische Staaten müssen die Sicherheit der Handelswege am Persischen Golf selbst sicherstellen, was einen militärischen Beitrag erfordert. Deutschland muss seine Verantwortung mit Aufklärungs-, Logistik- und maritimen Fähigkeiten übernehmen – nicht aus Kriegslust, sondern um wirtschaftliche Lebensadern zu schützen.