Die Kreuzfahrtgesellschaft hat mit der Evakuierung ihrer Passagiere und Crewmitglieder begonnen, nachdem ein Ausbruch des Hantavirus gemeldet wurde. Am Sonntagmorgen erreichte die «Hondius» den Hafen Granadilla auf Teneriffa. An dem ersten Tag wurden 94 Personen von Bord geholt, darunter Passagiere und Crewmitglieder aus 19 Ländern, die in acht speziellen Flügen weiterreisten, wie Gesundheitsministerin Mónica García mitteilte. Weitere Flüge aus den Niederlanden und Australien sind für Montag geplant, um weitere Betroffene zu evakuieren.
Nach der Ankunft des Schiffs untersuchten Ärzte die Besatzung und Passagiere auf Symptome, bevor sie mit der schrittweisen Evakuierung begannen. Die Ankunft löste erhebliche Bedenken aus, da Erinnerungen an die Corona-Pandemie wach wurden. Fernando Clavijo, Regierungschef der Kanaren, versicherte jedoch, dass alle Passagiere nach ihrer Ausschiffung Ruhe einkehren würde.
WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, das Virus sei nicht vergleichbar mit Corona und betonte, dass es keinen Kontakt zu den Betroffenen geben werde. Ein Schweizer Crewmitglied wurde in Quarantäne genommen, da es sich an Bord befand; es zeigte jedoch keine Symptome.
Infolge eines Verdachtsfalls auf Tristan da Cunha im Südatlantik sandte die britische Regierung Fallschirmjäger und Militärmediziner zur Unterstützung. Die Insel, das abgelegenste britische Überseegebiet, erhielt auch medizinisches Material.
Nach der Evakuierung soll die «Hondius» in den Niederlanden desinfiziert werden. Währenddessen wurden sieben Hantavirusfälle bestätigt, darunter ein asymptomatischer US-Passagier. Drei Todesopfer – ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau – wurden gemeldet; die WHO vermutet, dass das Virus durch den Kontakt des Paares in Argentinien auf dem Schiff verbreitet wurde.
Hantaviren werden normalerweise von Nagetieren übertragen, doch der Andes-Typ kann auch zwischen Menschen weitergegeben werden. Dies war bereits in Einzelfällen dokumentiert.