Beim torreichen 4:3-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz in Basel beeindruckte Florian Wirtz mit zwei Toren. Die schwierigen Monate bei Liverpool scheinen vergessen. Ein herausragender Fußballer benötigt nicht viel Raum, um ein Spiel zu entscheiden – die richtige Position, präzises Situationsverständnis und technische Fertigkeit genügen. Am Freitagabend zeigte Wirtz zweimal solch beeindruckende Momente im Duell der Nationalteams aus der Schweiz und Deutschland, was das Publikum begeisterte.
Den Siegtreffer erzielte Wirtz von der Strafraumgrenze mit einem präzisen Schuss ins Torwinkel. Goalie Gregor Kobel konnte nicht mehr eingreifen. Zuvor hatte Wirtz die Führung zum 3:2 gesichert, als er aus zwei Metern Entfernt vom linken Eck des Strafraums den Ball in diagonaler Bahn ins Netz schlenzte. Die Flugbahn war nahezu perfekt, der Ball prallte von der Unterkante der Latte ins Tor. Kobel streckte sich vergeblich aus.
Nach dem Spiel wurde Wirtz einhellig als Fußball-Magier gefeiert – nicht nur wegen seiner beiden Tore, sondern auch aufgrund eines genialen Vorlagenpasses zum 2:2 für Serge Gnabry von Bayern München. Sein Einsatz war über das ganze Spielfeld verteilt; immer wenn er den Ball hatte, wusste er eine gefährliche Situation zu kreieren.
Murat Yakin, Trainer der Schweiz, und Julian Nagelsmann, Coach von Wirtz, lobten seine herausragende Leistung. Wirtz selbst bezeichnete das Spiel als sein “bestes Länderspiel” und merkte an, dass er nun im Weltfußball einen Namen habe, den er behalten könnte.
Während der Wechsel zum FC Liverpool für 150 Millionen Euro ein teures Experiment war – die bis dahin kostspieligste Neuverpflichtung des Vereins – überzeugte Wirtz zunächst nicht. Die Umstellung auf das neue Milieu in Liverpool fiel ihm schwer, und viele sahen den Transfer als Missgeschick an. Doch ähnlich wie Mohamed Salah brauchte auch er Zeit, um sich zu integrieren.
Der Erfolgsdruck war groß, da Liverpool viel investiert hatte, um erfolgreich zu bleiben. Die Mannschaft geriet jedoch in eine Krise, was Wirtz’ Eingliederung unter Trainer Arne Slot erschwerte. Sein Zusammenspiel mit Salah auf dem Platz war angespannt.
In Basel zeigte Wirtz nun eine Form, die bisher noch nicht gesehen wurde – sowohl in der Premier League als auch in der Champions League steigert er sich kontinuierlich. Es ist denkbar, dass er vom Abgang Salahs profitieren wird, da kaum ein anderer Spieler auf seinem Niveau solch weite Wege geht und eine so seltene Symbiose aus Brillanz und Einsatz zeigt. In Basel hat Florian Wirtz bewiesen, was für ein Fußballer er tatsächlich sein kann.