Neue Zahlen des Bundes zeigen, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt langsam voranschreitet, jedoch bleibt die Mehrheit auf Sozialhilfe angewiesen. Rund 45 % der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen sind erwerbstätig, jedoch sind viele dieser Jobs instabil und “prekär”, besonders bei Frauen und jungen Erwachsenen, wobei die Zahlen in der Westschweiz am niedrigsten sind. Die Zahl der Flüchtlinge hat zugenommen, hauptsächlich durch den Krieg in der Ukraine sowie eine hohe Anzahl an Asylgesuchen. Im Jahr 2019 setzte sich die “Integrationsagenda Schweiz” das Ziel, dass nach sieben Jahren mindestens die Hälfte der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen im Arbeitsmarkt integriert sein soll. Obwohl dies noch nicht erreicht ist, deuten neuere Daten darauf hin, dass sich der Trend ändern könnte. Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) gibt es signifikante Unterschiede in der Erwerbsquote je nach Herkunftsland: über die Hälfte der eritreischen Flüchtlinge ist beschäftigt, während nur knapp 40 % der Afghanen und 30 % der Türken arbeiten. Die Dauer des Aufenthalts spielt eine entscheidende Rolle für die Arbeitsmarktintegration. In den letzten zehn Jahren hat sich die Erwerbssituation einiger vorläufig Aufgenommener verbessert, während sie bei anerkannten Flüchtlingen mit B-Ausweis stagniert. Ein Grund hierfür könnte sein, dass nach fünf Jahren eine Härtefallbewilligung möglich ist, sofern bestimmte Integrationserfolge nachgewiesen werden können. Regionale Unterschiede sind auffällig: In den meisten Deutschschweizer Kantonen hat rund die Hälfte der Flüchtlinge einen Job; in der Westschweiz sind die Zahlen deutlich niedriger. Eine Studie des Ireg von 2025 zeigt, dass eine höhere Arbeitslosigkeit im Kanton zu einer geringeren Erwerbsquote bei Flüchtlingen führt. Auch bei den ukrainischen Flüchtlingen wurden die Zielwerte nicht erreicht: Mit 46 % liegt die Erwerbsquote unter dem angestrebten Wert von 50 %. Kantone, die hinter ihren Zielen zurückbleiben, müssen Maßnahmenpläne vorlegen. Im Tessin und in Freiburg wird nun ein Plan umgesetzt, der die Zusammenarbeit zwischen Integrationsförderung und Arbeitsvermittlung verbessern soll. Zeit drängt, da viele ukrainische Flüchtlinge ab 2027 eine B-Bewilligung erhalten werden, was zu höheren Sozialhilfekosten führt. Ein anderes Problem bleibt bestehen: Der Anteil der Sozialhilfebezieher unter den Flüchtlingen ist hoch und liegt bei etwa 80 %. Dies ist nicht nur auf neu Zugewanderte zurückzuführen, sondern auch darauf, dass viele Flüchtlinge trotz Arbeit ein unsicheres Einkommen haben. Diese Lücke zeigt, dass selbst Erwerbstätigkeit oft nicht ausreicht, um finanziell unabhängig zu sein. Die “Asylstrategie 2027” betont, dass die Integration in den Arbeitsmarkt ein mehrjähriger Prozess ist und viele Flüchtlinge trotz Arbeit von Sozialhilfe abhängig bleiben. Das SEM sieht dennoch positive Trends, da sich der Anteil der Sozialhilfebezieher im Laufe der Jahre verringert hat.