Nach seiner Bergung aus einer flachen Bucht an der Insel Poel wurde der Buckelwal am Morgen erfolgreich in die Nordsee entlassen. Dies berichtete das Team der Privatinitiative, unterstützt von Bildmaterial des Livestream-Anbieters News5. Jens Schwarck, ein Mitglied der Initiative, bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass der Wal gegen 9:00 Uhr nicht mehr im Lastkahn zu sehen war.
Drohnenaufnahmen von News5 zeigten zeitweise einen schwimmenden Wal – es bleibt jedoch ungewiss, ob es sich um das freigesetzte Tier handelte. Schwarck äußerte zudem Unklarheit über die Verfügbarkeit von Senderdaten und den Gesundheitszustand des Wals sowie dessen Entfernung vom Lastkahn.
Der Transport der Barge, auf welcher der Buckelwal mehrfach an deutschen Ostseeküsten gestrandet war, näherte sich am Freitag nahe Skagen dem Nordseegewässer. Aufgrund hoher Wellengänge drehte die Barge jedoch rund 20 Kilometer vom nördlichsten Punkt Dänemarks ab.
Nachdem das Absperrnetz im ruhigeren Wasser der Ostsee entfernt worden war, blieb der Wal dennoch über viele Stunden im Lastkahn. Ein GPS-Sender wurde vor der Freilassung angebracht, um zukünftige Standorte des Wals zu verfolgen.
Trotz dieser Maßnahmen schätzen Organisationen wie die WDC und die Internationale Walfangkommission (IWC) die Überlebenschancen als gering ein. Ohne funktionierenden Sender könnte das geschwächte Tier unentdeckt versterben. Die Verfolgung seines Wegs bleibt der Allgemeinheit untersagt, da Informationen nur an ausgewählte Stellen weitergegeben werden.
Der Wal, bekannt als “Timmy”, war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden und verbrachte etwa zwei Drittel seiner Zeit dort in Flachwasserzonen. Am Dienstag wurde er in eine Barge gebracht, die ihn anschließend Richtung Nordsee transportierte.
Nach Einschätzung von Wissenschaftlern wie Fabian Ritter ist fraglich, ob der Wal schwimmen und tauchen kann oder Nahrung aufnehmen wird, da Netzteile im Maul gefunden wurden. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betont, dass eine echte Rettung erst dann erfolgt sei, wenn der Wal im Nordatlantik überlebt und wieder eigenständig agiert.
Experten warnen davor, dass das geschwächte Tier erneut Küsten ansteuern könnte. Das Deutsche Meeresmuseum und das dänische Umweltministerium halten fest, dass Strandungen ein natürliches Phänomen sind, bei dem man Wale grundsätzlich nicht retten sollte.